Tag 3: Mittwoch, 23. Juli
Auch der zweite Morgen der Sommerschule startete mit Frühsport und Sportabzeichen bei Nils. Mit motivierender Musik ging es "Up and Down" zum wachen Körper.
Die Vormittagseinheit wurde danach von unserem leitenden Landestrainer und Olympiafinalisten Sven Loll geleitet. Er nahm sich der Thematik der Kumi-kata an. Nach einleitenden Griffkampfspielchen und Übungen ging er schwerpunktmäßig auf die nun im Wettkampf erlaubten Griffe in den Ärmel der Jacke ein. Abschließend wurden noch zu Griff und Bewegung passende Wurftechniken ausprobiert.
Nach dem Mittagessen startete unser diesjähriger "Hauptreferent" und im DJB engagierte Vorständler Jens Keidel aus Bayern mit seiner ersten Einheit. Die Überschrift "Taucher und Bauchredner" lockte alle Teilnehmenden auf die Matte und motivierte zum engagierten Mitmachen. Mit zahlreichen spielerischen Vorübungen und lustigen Namen ("Hubschrauber, Kühe fangen und Kopfsprung") hatte Jens alle JuSoSchu-Judoka auf das Thema Boden vorbereitet. Die beiden angekündigten Techniken entpuppten sich letztlich als zwei spannende Handlungskomplexe im Bodenkampf gegen die Bank. Als Schmankerl zum Schluss wurde noch Prometheus geübt. Wer damit nichts anfangen kann, ist herzlich eingeladen in 2026 selbst einmal dabei zu sein.
Im zweiten Part des Nachmittags wurde wieder in zwei unterschiedlichen Themengruppen trainiert. In einem Teil der Halle übten alle Prüflinge für ihre nächsten Gürtel und wer sich schon sicher fühlte, konnte sich bereits ein Modul auf dem Weg zur nächsten Prüfung abnehmen lassen.
Im zweiten Teil der Halle wurde von unserer Vizepräsidentin Breitensport Meike Ahrenhold Taiso angeboten. Nach vielen spaßbringenden Übungen mit lustigen Tier-Namen wurde das Zählen auf japanisch bis vier geübt. Meike schaffte es auf ihre sympatische Art allen Anwesenden die in Deutschland "neue" Thematik Taiso und das dahinterstehende Konzept nahezubringen.
Nach all der Mattenarbeit war es nun aber auch mal Zeit für eine etwas größere "Mattenpause". Am Abend stand das gemeinsame Grillen an. Auch wenn es zu Beginn doch tatsächlich kurz etwas regnete, ließen sich alle Anwesenden davon nicht die Stimmung verderben. Die ebenfalls eingeladenen Mitarbeiter der Geschäftststelle und des Vorstandes sowie die Landestrainer und Referenten des NJV komplettierten einen Abend voller Diskussionen und Gespräche rund um den schönsten Sport der Welt.
Ein überraschender Höhepunkt war die Verleihung der silbernen Leistungsnadel an Kim Bonnes für ihr unermüdliches Engagement für den Judosport auf unterschiedlichsten Ebenen durch das Präsidium. Herzlichen Glückwunsch.
Tag 4: Donnerstag, 24. Juli
An Tag 4 ging es im Frühsport bei Nils mehr und mehr darum, die Bereiche Kraftausdauer und Judofitness für das JudoSportAbzeichen vorzubereiten. Alle anderen Teilnehmenden nutzten die Inhalte zur allgemeinen Erwärmung, um den Körper für die folgenden Stunden auf der Matte einzustimmen.
Jens Keidel begann den Vormittag mit vielseitigen Bewegungen und Spielen (Fechten mit sterbendem Opossum) im Stand. Anschließend ging es um schnelle Platzwechsel mit "festgenageltem" Fuß und passenden Würfen aus der Auslage Ai-yotsu in Schrittstellung mit Rucksack.
Klick machte es gleich nach dem Mittagessen, als sich alle Anwesenden zum obligatorischen Gruppenfoto im OSP trafen. Zusammen mit Stargast Jens Keidel versuchte uns unser Fotograf Udo Moebus ins rechte Licht zu rücken.
Die anschließende Bodeneinheit begann mit "Osaekomi around the world" in einer endlosen Haltegriffkombinationskette. Weitere Bodenkombinationen schlossen sich dann an einen Kuzure-kesa-gatame an. Hierbei motivierte Jens alle, die Befreiungsaktionen Ukes zu nutzen und in noch "gemeinere" Techniken zu überführen. Die entstandenen Hebel- und Würgetechniken sollten dann ausgiebig genossen werden, bis der Partner durch ein hinausgezögertes Finale endlich "erlöst" wurde. Nach einer kurzen Pause war das abschließende Thema "Energie" zu spüren und auf der Matte farblich zu sehen. Der Uke wurde zur Einführung ins Thema gehoben, geschleudert und geworfen. Im Crossgrip wurden dann Techniken wie Uki-otoshi, Sukui-nage und Sasae-tsurikomi-ashi geübt. Vielen Dank Jens für die bayrische "Entwicklungshilfe" für Niedersachsen.
Der zweite Teil des Nachmittags fand wieder in den drei Neigungsgruppen statt. Beim Sportabzeichen wurden die letzten Kata gezeigt und Bewegungszirkel absolviert. In der Randorigruppe wurde fleißig weiter gerangelt und gerungen. In der Prüfungsgruppe wurde tüchtig geübt und es wurden weitere Module gezeigt und bestanden.
Nach nun vier Tagen hatten sich alle eine Entspannung verdient. Statt einer Abendeinheit lud Cheforganisator Jens Wendtland zur Einheit Schwimmen und Sauna ins hannoversche AquaLaatzium ein. Viele nutzten diese Gelegenheit, andere regenerierten lieber in der Akademie oder gestalteten diesen Abend frei.
Text: Marcus Thom
Redaktionelle Anpassungen: NJV
Fotos: Udo Möbus