Nach der obligatorischen japanischen Begrüßung und der Einweisung in die wichtigste Regel des Workshops – „Keiner wird verletzt, nichts geht kaputt!“, wurde den Schüler*innen in einem Lehrgespräch die „Selbstschutzampel“ und die Bedeutung der Ampelfarben erklärt. Dabei stand grün für Prävention und Aufmerksamkeit, gelb für Selbstbehauptung und Deeskalation und rot für die körperliche Selbstverteidigung. Die Farben dieser Ampel sollten sich wie ein roter Faden durch die Workshops ziehen.
In spielerischer Form – mit viel Bewegung – wurde den Teilnehmer*innen im ersten Teil nähergebracht wie wichtig Wahrnehmung und Aufmerksamkeit ist. Und wie man damit mögliche gefährliche Situationen vorzeitig erkennt und ihnen aus dem Weg gehen kann.
Im weiteren Verlauf wurde auf die sogenannte Schutzhaltung – aufrechter Stand, leichte Schrittstellung, Füße ca. Schulterbreit, Hände vor dem Körper, Kopf oben – und mit der damit verbundenen festen und lauten Stimme eingegangen. Hier durften u. a. die Schüler*innen gleich ihre Stimmen testen und das Hallendach zum Zittern bringen. Die Einnahme der (verdeckten) Schutzhaltung signalisiert Selbstbewusstsein und selbstsicheres Auftreten und kann eine Bedrängungssituation verhindern oder auflösen.
Zwischendurch durften sie sich auch an unbekannten Trainingsgeräten wie Handpratzen und Schlagkissen erproben. Für die meisten Teilnehmer*innen war der Workshop die erste Erfahrung dieser Art.
Schubsen – Kleidung/Kragen fassen – Würgen von vorn – auch mit an die Wand drücken/prellen, gehören mit zu den häufigsten Angriffen, denen man sich ausgesetzt sein kann. Entsprechende mögliche Abwehrtechniken wurden den Teilnehmer*innen durch Wexler und Wachtel vorgezeigt und anschließend geübt. Aber auch auf Fragen der Schüler*innen, was man gegen einen Unterarmwürger von hinten machen kann, wurde durch Wexler und Wachtel eingegangen.
Ein Lehrgespräch über das Notwehrrecht und wann ich mich wehren darf, bildete den Abschluss der Workshops. Hier sollten die Teilnehmer*innen für sich mitnehmen, „Ich“ darf mich wehren wenn: „Ich nicht weglaufen kann – ich nicht schreien kann - keine Hilfe zu erreichen ist – ich unterlegen bin – ich Angst habe!“ „Trotzdem soll und muss es Ziel bleiben, eine körperliche Auseinandersetzung zu verhindern!“
Die Schüler*innen zeigten sich begeistert mit den Workshops, für mehre war es das Highlight des Tages und manche hätten gewollt, dass die Workshops noch länger dauern, so die Rückmeldung seitens der Sportjugend Niedersachsen.
Auch Wexler und Wachtel waren mit der Aufmerksamkeit und dem Engagement der Teilnehmer*innen sehr zufrieden. Vielen Dank an die Sportjugend Niedersachsen für die Einladung und dass das Kompetenzteam SV des NJV diesen Tag mitgestalten durften. Vielleicht bis zum nächsten Mal!?
Text: Boris Wexler und Sascha Wachtel
Redaktionelle Anpassungen: NJV
Foto: Sascha Wachtel