Eine Woche nach dem Judo Grand Prix in Düsseldorf richten sich die nationalen Judo-Augen erneut nach Nordrhein-Westfalen: In Herne finden die Deutschen Meisterschaften der U18 statt. Bei den Norddeutschen Meisterschaften konnte sich mit 18 Athleten wieder eine Vielzahl männlicher niedersächsischer Judoka für die Titelkämpfe qualifizieren. Sie greifen am Samstag in das Kampfgeschehen ein.
In der leichtesten Gewichtsklasse bis 43 Kilogramm werden sich mit Gruppenvizemeister Tim Longeru und Lukas Hermann (3. Platz) gleich zwei Judoka vom VfL Stade der starken Konkurrenz stellen.
Bis 46 Kilogramm vertreten mit Lucas Fejfar (Crocodiles Hildesheim) und Cedric Huber (Judo-Club Godshorn) ebenfalls zwei Kämpfer den NJV. Im direkten Vergleich der beiden steht es im Jahr 2015 2:0 zugunsten des Hildesheimers. Er konnte sich sowohl bei den Landesmeisterschaften im Januar, als auch bei den Norddeutschen Meisterschaften mit Ippon gegen den Godshorner, der in seiner neuen Altersklasse ebenfalls schon sehr gut Fuß gefasst hat, durchsetzen. Für Lucas ist es die erste Teilnahme an einer DEM, bei der er hohe Ziele verfolgt. „Wie jeder nehme ich mir vor, die Goldmedaille mit nach Hause zu nehmen!“, lautet die kämpferische Ansage des 14-Jährigen.
Im Limit bis 50 Kilogramm starten Rudolph Schophaus (Judo-Team Hannover) und Mirko Buhr (Blau-Weiß Hollage). Beide konnten sich mit einem dritten Platz bei der NDEM in der mit 11 Teilnehmern stark umkämpften Gewichtsklasse für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren.
Tjado Ganders vom PSV Oldenburg ist der einzige NJV-Starter bis 50 Kilogramm. Auf seinem Weg zu Platz 3 bei den Gruppenmeisterschaften besiegte er nach seiner Auftaktniederlage gegen den späteren Gewinner Amir Gadscheev aus Bremen mit Nick Dombrowski (Judo-Crocodiles Hildesheim) und Fabio Fischer (Judo-Team Hannover) zwei weitere Talente. Für seinen Trainer Matthias Boss ist die wiederholte Qualifikation seines Kämpfers zu den Deutschen Meisterschaften bereits ein voller Erfolg. „Mit einer perfekten Tagesform ist auch bei der DEM einiges möglich“, fügte der Coach, Leiter des Nachwuchsstützpunktes Oldenburg/Ostfriesland, hinzu.
In der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm ruhen die Hoffnungen auf Nick Angenstein (MTV Vorsfelde) und Evan Kolbe (Judo-Crocodiles Hildesheim). Angenstein musste sich – als jüngster Jahrgang in der U18 – bei den Gruppenmeisterschaften lediglich im Finale Magomed-Selim Musaev aus Schleswig-Holstein geschlagen geben. Seine Heimtrainer Jens Dannies und Guido Lachatta können nach diesem Ergebnis also gespannt nach Herne blicken. Evan Kolbe qualifizierte sich nach mit Platz 3 wie im Vorjahr für die nationalen Titelkämpfe.
Der Holler Thilo Assmann hält als einziger NJV-Judoka die niedersächsischen Fahnen in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm hoch. Mit Losglück ausgestattet musste er bei der Norddeutschen Meisterschaften erst in der dritten Runde in das Kampfgeschehen eingreifen. Dort gewann er seinen Kampf gegen den Schleswig-Holsteiner Sören Hunwardsen, bevor er sich im Halbfinale dem späteren Sieger Lennart Behncke (SC Tenri Bad Segeberg) auf unglückliche Weise geschlagen geben musste. Nicht zuletzt der souverän gewonnene Kampf um den dritten Platz lässt aber auf ein gutes Abschneiden bei den Deutschen Meisterschaften hoffen.
Gleich drei niedersächsische Athleten konnten sich bis 73 Kilogramm die begehrten Fahrkarten nach Herne erkämpfen. Im Finale der Gruppenmeisterschaften behielt Luke Arzenton (Crocodiles Hildesheim) gegen Artur Rieb vom Judo-Club Emden die Oberhand. Der Hildesheimer Arzenton, der erst seit diesem Jahr in der Gewichtsklasse antritt, konnte sich damit das zweite Mal in Folge für die DEM qualifizieren. Sein erklärtes Ziel in seinem letzten U18-Jahr ist eine Medaille. Etwas bescheidener äußert sich hingegen Artur Rieb zu seinen Vorsätzen. „Alles, was über Platz 7 hinausgeht, wäre genial“, äußert der Sportler, der auf dem Weg in das Finale unter anderem den dritten niedersächsischen Starter, Kersten Witt von der JKG Norden, bezwingen konnte und schon das dritte Mal auf deutscher Ebene am Start ist.
Mit Luka Fettköther stellt Judo in Holle bis 81 Kilogramm bei der DEM den einzigen Judoka mit Kaderpferd. Bei der NDEM konnte der Athlet in dem insgesamt 11 Kämpfer umfassenden Teilnehmerfeld seine Taktik gut durchsetzen und seine Begegnungen vorzeitig mit Ippon gewinnen.
Auch in den schweren Gewichtsklassen ist der NJV bei den Titelkämpfen vertreten. Anatolie Kirsch (Judo-Team Hannover, bis 90 Kilogramm) qualifizierte sich nach dem Gewinn der Landesmeisterschaft mit Platz 3 auf der Gruppenebene für die DEM. Im Schwergewicht (über 90 Kilogramm) wird sich mit dem Norddeutschen Meister Robin Gierschik ein weiterer Starter des Judo-Club Godshorn der nationalen Konkurrenz stellen. Auf dem Weg zum Titel bezwang er in seinen vier siegreichen Kämpfen unter anderem den weiteren niedersächsischen Vertreter Sören Hartwigsen (SC Wildeshausen). Trainer und JC Godshorn-Sportwart Wilfried Kolloch zeigt sich optimistisch, dass bei einer ebenso guten Tagesform auch auf der Deutschen Meisterschaft eine gute Platzierung für seinen Schützling möglich ist.
Im letzten Jahr belegte der NJV in der Wertung der Landesverbände den dritten Platz. Allen Teilnehmern viel Erfolg!
Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Foto [NDEM U18/U21]: BW Hollage Judoabteilung
Männliche U18er nehmen Medaillen bei DEM ins Visier