Am 9. Mai 2026 fanden in Hannover die internationalen Deutschen Meisterschaften (kurz IDEM) im ID-Judo statt. Aus ganz Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich kamen 123 Athlet*innen zusammen, um die Titelkämpfe zu entscheiden. Der NJV war mit 27 Athlet*innen aus acht Vereinen vertreten. Möglich wurde dieses Event durch die Planung von Mirja Henrici und Karl-Heinz Steingräber und ihrem Team des Polizei SV Hannover. Das Event wurde möglich durch die Zusammenarbeit des Polizei SV Hannover, der Polizeidirektion Hannover, der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen, dem Niedersächsischen Judo-Verband, dem Deutschen Judo Bund, dem Behinderten Sportverband Niedersachsen und dem Deutschen Behindertensportverband. Weitere Unterstützung boten die Heinz-Kettler-Stiftung, Rossmann, Volkswagen, Diakovere und der Heinrich-Ernst-Stötzner-Schule Hannover. Mit dem festlichen Einlauf und der Eröffnung durch zahlreiche Vertreter*innen aus Sport, Politik und Gesellschaft startete die Meisterschaft.
Starke Leistungen auf der Matte
Für Niedersachsens Goldmedaillen sorgten folgende Athlet*innen:
Gold für Sian Camp: In der Wettkampfklasse 1 der Frauen bis 78 kg überzeugte Sian Camp vom Braunschweiger Judo-Club im Best-of-Three-Format mit starken technischen Aktionen. Nach einem sehenswerten O-soto-otoshi und einer präzisen Hüfttechnik gewann sie den ersten Kampf mit Ippon. Zwar musste sie sich im zweiten Duell im Bodenkampf geschlagen geben, doch im entscheidenden dritten Kampf bewies sie Nervenstärke und sicherte sich mit einem weiteren O-soto-otoshi die Goldmedaille.
Niedersächsisches Finale in der Klasse bis 63 kg: In der Wettkampfklasse 2 der Frauen bis 63 kg kam es direkt zu Beginn zu einem rein niedersächsischen Duell zwischen Sonja Cramer (SG Moordorf) und Ann-Christin Waldmann (Braunschweiger Judo-Club). Nach einem intensiven Kampf entschieden die Kampfrichter per Hantei knapp zugunsten von Sonja Cramer. Während Ann-Christin Waldmann sich am Ende den geteilten dritten Platz sicherte, setzte sich Sonja souverän durch den gesamten Pool durch und gewann schließlich verdient Gold.
Souveräner Auftritt von Jasmin Rupprecht: Jasmin Rupprecht vom TC Hameln dominierte ihren Dreier-Pool in der Wettkampfklasse 2 bis 70 kg. Mit zwei überzeugenden Siegen – darunter ein Erfolg per Ippon – ließ sie ihrer Konkurrenz keine Chance und sicherte sich souverän die Goldmedaille.
Heim-Gold für Angelina Salli: Angelina Salli vom Polizei SV Hannover zeigte in der Wettkampfklasse 2 über 78 kg eine starke Vorstellung vor heimischem Publikum. Mit sicherem Bodenkampf und konsequenter Kampfführung gewann sie beide Begegnungen ihres Pools und durfte sich am Ende ebenfalls über Gold freuen.
Marco Schneider überrascht bei den Männern: Auch in der Wettkampfklasse 3 der Männer bis 60 kg ging Gold nach Niedersachsen. Marco Schneider vom Braunschweiger Judo-Club verlor zwar seinen ersten Kampf knapp, kämpfte sich anschließend jedoch eindrucksvoll zurück und gewann seinen zweiten Kampf mit Ippon. Durch den direkten Vergleich sicherte er sich damit überraschend den Titel.
Erfolgreiches Gesamtfazit für den NJV
Die IDEM 2026 war ein Fest des inklusiven Judosports auf höchstem Niveau – sportlich begeisternd und menschlich besonders bewegend. Der Niedersächsische Judo-Verband durfte sich am Ende über ein herausragendes Ergebnis freuen: je fünf Gold-, Silber- und Bronzemedaillen sowie zahlreiche weitere starke Platzierungen landeten am Ende auf dem NJV-Konto.
„Besonders beeindruckend war der große Teamgeist innerhalb der niedersächsischen Delegation, der sich nicht nur in den Ergebnissen, sondern auch in jedem einzelnen Kampf und im respektvollen Miteinander auf und neben der Matte widerspiegelte“, fasst Martin Frey (NJV-Behindertensportreferent) die IDEM 2026 zusammen.
Die restlichen Ergebnisse finden sich unter diesem Link.
Text: Martin Frey (NJV-Behindertensportreferent)
Fotos: Polizei SV Hannover Judoabteilung