NJV-Judoka glänzen beim European Open in Prag

Beim European Open in Prag sorgten die niedersächsischen Judoka für starke Ergebnisse: Sarah Ischt und Giovanna Scoccimarro sicherten sich die Goldmedaille, während Laila Göbel mit Bronze das hervorragende Abschneiden des NJV-Teams abrundete.

Insgesamt gingen acht NJV-Athlet*innen am Wochenende in der tschechischen Hauptstadt an den Start. Für Niedersachsen kämpften Sarah Ischt (-48 kg, VfL Wolfsburg), Laila Göbel (-57 kg, Judo-Team Hannover), Giovanna Scoccimarro (-70 kg, MTV Vorsfelde), die Bundesstützpunkt-Athletinnen Nele Noack und Belen Tottarelli (ARG), Amani Küster (+78 kg, MTV Isenbüttel), Nicolas Kunze (-66 kg, MTSV Aerzen) sowie Ilias Küster (-100 kg, MTV Isenbüttel) um die Medaillen.

Scoccimarro setzt das erste Ausrufezeichen
Für den ersten Höhepunkt aus NJV-Sicht sorgte am Samstag Giovanna Scoccimarro in der Gewichtsklasse bis 70 kg. Nach einem Freilos in der ersten Runde zog sie mit Siegen gegen Gegnerinnen aus den Niederlanden, der Ukraine und Frankreich souverän ins Finale ein. Dort wartete mit Tanja Grünewald eine deutsche Kontrahentin.

In einem intensiven Duell mit hartem Griffkampf und zahlreichen Wurfansätzen konnte sich zunächst keine Athletin entscheidend durchsetzen. Nach Ablauf der regulären Kampfzeit lag Scoccimarro bei den Strafen mit 2:1 Shido hinten. Die Entscheidung fiel schließlich erst im Golden Score in der achten Kampfminute: Mit einer Fußtechnik erzielte die Vorsfelderin die entscheidende Wertung und sicherte sich damit die erste Goldmedaille für das NJV-Team.

Für Nele Noack und Belen Tottarelli endete das Turnier hingegen bereits in der ersten Runde.

Ischt und Göbel überzeugen mit starken Aufholjagden
Auch Sarah Ischt präsentierte sich in bestechender Form. Die Wolfsburgerin gewann ihre ersten drei Kämpfe jeweils vorzeitig und zog souverän ins Finale ein. Dort traf sie auf die Niederländerin Vera Wandel, die mit ihrem ersten Angriff überraschend in Führung ging.

Ischt ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Mit gewohnt hohem Tempo setzte sie ihre Gegnerin weiter unter Druck und nutzte schließlich einen missglückten Angriff der Niederländerin konsequent aus. Im Übergang vom Stand in den Boden setzte sie einen Armhebel an und sicherte sich damit den Finalsieg sowie die zweite Goldmedaille für Niedersachsen.

Auch Laila Göbel erwischte einen starken Turnierstart: Mit drei Siegen kämpfte sie sich bis ins Halbfinale vor, wo sie sich der Österreicherin Laura Kallinger nur knapp geschlagen geben musste. Im anschließenden Kampf um Bronze bewies die Hannoveranerin jedoch ihre mentale Stärke.

Gegen Laura Igaz (HUN) geriet Göbel zunächst in Rückstand, kämpfte sich jedoch eindrucksvoll zurück. In der vierten Kampfminute gelang ihr der Ausgleich, bevor sie im Golden Score einen Angriff der Ungarin konterte und sich verdient die Bronzemedaille sicherte.

Weitere starke Auftritte trotz frühem Ausscheiden
Amani Küster (+78 kg) traf bereits in ihrem Auftaktkampf auf die erfahrene Portugiesin Rochele Nunes, die das Turnier später auf dem dritten Platz beendete. Nach einer engagierten Leistung musste sich die Isenbüttelerin geschlagen geben und schied früh aus.

Nicolas Kunze (-66 kg) startete mit einem Freilos und einem anschließenden Sieg gegen einen französischen Gegner erfolgreich in den Wettkampf. Im Achtelfinale wurde er jedoch vom Ukrainer Hahik Martirosian gestoppt, der später ebenfalls die Bronzemedaille gewann.

Auch Ilias Küster (-100 kg) begann das Turnier mit einem Auftaktsieg. In der nächsten Runde unterlag er jedoch dem Portugiesen Diogo Chantre und verpasste damit den Einzug in die Medaillenkämpfe.

Fazit
Mit zwei Gold- und einer Bronzemedaille sowie zahlreichen starken Leistungen der weiteren Athlet*innen unterstrich der Niedersächsische Judo-Verband einmal mehr seine Stärke auf internationalem Parkett.

Fotos: EJU / Emanuele Castagna