Zwei tolle Tage in Wietzendorf – Inklusives ID-Judo-Wochenende voller Bewegung, Gemeinschaft und Erlebnisse

Am 13. und 14. Juni 2026 fanden in Wietzendorf erneut die „2 tollen Tage“ statt. 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten ein abwechslungsreiches Wochenende, das ganz im Zeichen von Judo, Gemeinschaft und Inklusion stand.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Andrea Marowietz-Lühr und Florian Koch vom TSV Wietzendorf, die gemeinsam mit Fabian und Sarah Lühr für einen reibungslosen Ablauf sorgten.

Der Samstag begann mit einem gemeinsamen Judo-Training, das von Florian Koch und Martin Frey, dem Behindertensportreferenten des Niedersächsischen Judo-Verbandes geleitet wurde. Wie oft im ID-Judo, wurden die Inhalte durch anschauliche Bilder und Geschichten vermittelt.

Zunächst mussten verschiedene Tiere von der Weide geholt werden. Die Teilnehmenden bewegten sich wie unterschiedliche Tiere über die Matte und kamen so spielerisch in Bewegung. Anschließend ging es auf den Bauernhof. Bei Übungen wie „Schubkarre“, „Trecker“ und „Dampflok“ wurden Koordination, Gleichgewicht und Zusammenarbeit trainiert.

Danach folgte der technische Teil. Die Geschichte drehte sich um einen Trecker, der gezogen werden musste. Der Zug nach vorne wurde als Uchi-Komis gezeigt. Anschließend wurde mit einem Ko-Uchi-Gari Angriff geprüft, ob der Treckerreifen platt ist. Gibt der Partner nach, fällt er. Weicht er aus, wird der Trecker mit dem Frontlader aufgenommen – bildlich dargestellt durch einen Seoi-Nage. Die bildhafte Vermittlung half einigen Judoka, die Techniken besser zu verstehen und sich einzuprägen.

Nach dem Techniktraining standen verschiedene Kampfspiele im Boden auf dem Programm. Dabei kamen wieder bildliche Vergleiche vor, die in kleinen Geschichten eine Übung verpackten. Es wurde herumgedreht, Gürtel angeknotet und verteidigt. Zum Ende folgte noch ein „Australisches Bodenrandori“ bei dem alles andersherum verlief und der Judoka, der sich selbst in den Haltegriff manövrierte, gewann.

Nach dem Training gab es noch einen besonderen Moment der Wertschätzung. Alex Poth hatte sich im Frühjahr sowohl persönlich als auch finanziell dafür eingesetzt, den ID-Judoka bei der Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaft (IDEM) eine einheitliche Teamwear zu ermöglichen. Für dieses außergewöhnliche Engagement bedankte sich die ID-Judo-Community nun auf besondere Weise: Da Alex selbst an der Deutschen Kata-Meisterschaft teilnehmen wird, erhielt er als Geschenk einen neuen Judoanzug. Die Überraschung und Freude waren ihm deutlich anzusehen.

Auch neben der Matte wurde einiges geboten. Beim anschließenden Kreativprogramm konnten Ketten, Armbänder und Schlüsselanhänger gestaltet werden. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, sich für die Disco am späteren Abend schminken zu lassen oder die Nägel zu lackieren. Die Angebote wurden mit großer Begeisterung angenommen.

Nach dem gemeinsamen Abendessen ging es sportlich weiter. Bei einer großen Runde Brennball hatten alle viel Spaß und konnten sich noch einmal richtig auspowern. Den Höhepunkt des Tages bildete anschließend die Disco. Hier wurde ausgelassen getanzt, gefeiert und gelacht, bevor schließlich die Nachtruhe begann.

Nach dem Frühstück am Sonntag wurde gemeinsam aufgeräumt, bevor sich die Gruppe auf den Weg machte, um die Landwirtschaft der Region kennenzulernen.

Erste Station war ein Spargelfeld vom Hof Witthöft in Wietzendorf. Dort erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, von Heinrich Witthöft wie Spargel angebaut, gepflegt und geerntet wird. Die anschaulichen Erklärungen sorgten für viele interessierte Nachfragen und neue Erkenntnisse.

Anschließend ging es weiter zum Ferienhof Stegen in Meinholz. Hier gab es einige tolle Informationen zum Erdbeerenanbau von einem Mitarbeiter der Erdbeerplantage. Danach durfte selbst gepflückt werden, was für viele ein besonderes Erlebnis war. Die frisch geernteten Erdbeeren wurden natürlich auch direkt probiert.

Den Abschluss bildete der Besuch des Bauernhofs von Heinrich und Renate Witthöft in Klein Amerika. Nach einer Besichtigung des Hofes wurde gemeinsam gegrillt und gegessen. In entspannter Atmosphäre konnten die Erlebnisse des Wochenendes noch einmal gemeinsam Revue passiert werden.

Nach zwei ereignisreichen Tagen machten sich alle wieder auf den Heimweg – mit vielen schönen Erinnerungen, neuen Erfahrungen und zahlreichen Begegnungen im Gepäck.

Die „2 tollen Tage“ haben einmal mehr gezeigt, wie Inklusion gelebt werden kann: durch gemeinsames Sporttreiben, gegenseitige Unterstützung, gemeinsame Erlebnisse und vor allem durch jede Menge Spaß. Ein herzlicher Dank gilt Andrea Marowietz-Lühr, Florian Koch, dem TSV Wietzendorf sowie allen Helferinnen und Helfern, die dieses besondere Wochenende ermöglicht haben.

Text: Martin Frey

Redaktionelle Anpassungen: NJV

Fotos: Fabian Lühr und Dieter Warnecke