Judobiographien prägen – das neue Präsidium stellt die Weichen

„Wie können wir als Verband dazu beitragen, gute Bedingungen zu schaffen, um Judobiographien in Niedersachsen nachhaltig positiv zu prägen?“ Mit dieser und vielen weiteren Fragen beschäftigte sich das neue NJV-Präsidium in den ersten Monaten seiner Amtszeit.

Im November 2024 läutete die Wahl von Julian Jelinsky als Präsidenten sowie den Vizepräsident*innen Kevin Piehl (Finanzen), Christian Bebek (Leistungssport), Meike Ahrenhold (Breitensport) und Thorben Schulz (Jugend) einen Generationenwechsel im Niedersächsischen Judo-Verband ein.

Wenig überraschend lag der Fokus der neuen Verbandsführung zunächst darauf, einen möglichst glatten Übergang zwischen den laufenden Projekten des vorherigen und des neuen Vorstands zu ebnen und sich in die aktuellen Themen einzuarbeiten. „Das hat nur dank der Unterstützung der Geschäftsstellen-Mitarbeiter und unserer langjährigen Referent*innen so gut funktioniert“, bedankt sich Julian Jelinsky für die Starthilfe.

Neben dem Tagesgeschäft seien gleichzeitig die strategischen Überlegungen angelaufen, berichtet der NJV-Präsident. Darin sehe er eine der Kernaufgaben der Vorstandsarbeit. Den Auftakt machte – nach konstituierender Sitzung und der Übergabe der Geschäfte durch das vorherige Präsidium – ein Klausurwochenende des Teams im Januar 2025.

Auf dem Prüfstand: Strukturen und Prozesse
Ein Ziel sei es gewesen, die Potenziale, die der Verband noch nicht ausschöpft, herauszufiltern – durch kritische Betrachtung der aktuellen Strukturen, so Jelinsky. „Wir lassen erstmal keinen Stein auf dem anderen – außer die augenscheinlich beste Lösung ist schon gefunden, dann bleiben wir natürlich dabei.“

Die Analyse, immer unter dem Leitspruch „Judobiographien prägen“ gedacht, umfasste unterschiedlichste Handlungsfelder: Wie können Mitglieder gehalten und gewonnen werden? Wie fördert der NJV sportliche Erfolge? Wie stehen wir finanziell auf sicheren Beinen? Wie verbessern wir die Außenwahrnehmung? Wie steigern wir die Professionalität? Wie begegnen wir den Herausforderungen eines modernen Sportfachverbands, der aus Haupt- und Ehrenamtlichen besteht?

Eines der Ergebnisse: ein neuer Geschäftsverteilungsplan. Etwa beschloss das Präsidium, dass das Wettkampfwesen nun altersklassenübergreifend unter die Säule Leistungssport fällt, während es bislang in der Verantwortung des Jugend-Ressorts lag. „Die Koordination des NJV-Wettkampfbetriebs ist neu in meinem Ressort", so Christian Bebek. „Dank der offenen Zusammenarbeit mit den Referent*innen konnte ich mich schnell einarbeiten – für die freundliche Aufnahme und das konstruktive Miteinander danke ich dem Team sehr.“

Gleichzeitig wurden die Profile der Vizepräsident*innen Jugend und Breitensport geschärft. „Durch eine moderne Jugendarbeit möchten wir vielfältige Angebote für Kinder und Jugendliche schaffen und ihnen die Möglichkeit geben mitzugestalten. Davon profitiert der gesamte Verband jetzt und in Zukunft“, berichtet Thorben Schulz. 
Im Bereich Breitensport werden in Zukunft – neben den etablierten Referaten wie Graduierungswesen, Aus- und Fortbildung, ID-Judo, Kata und Selbstverteidigung – die Themen Taiso, der Erwachsenensport und Ü30-Formate forciert und entwickelt. Meike Ahrenhold bekräftigt: „Hier steckt so viel Potential in neuen Judoka, die wir erreichen wollen, aber auch beim Thema Wiedereinstieg. Da möchte ich ansetzen.“

Dabei soll es nicht bleiben. „Im nächsten Schritt wollen wir die angeschobenen Prozesse durch messbare Ziele sichtbar machen“, erklärt Jelinsky.

Neue und alte Projekte: Für einen modernen Sportverband
Darüber hinaus betreut das Präsidium die Projekte, die noch vom vorherigen Vorstand initiiert wurden. Noch in diesem Jahr soll eine neue Website, angelehnt an die DJB-Website, gelauncht werden. Mit einem neuen Markenkonzept wird in dem Zuge auch das Erscheinungsbild des NJV generalüberholt und an moderne Ansprüche angepasst. Teil des Rebrandings ist unter anderem ein neues Verbandslogo sowie eine darauf abgestimmte Verbandskollektion.

Ein fortwährendes Thema ist die finanzielle Lage des Verbands, nicht zuletzt seit den Preiserhöhungen des DJB zu Beginn des Jahres. „Wir haben die Lage der Vereine und Judo-Familien genau im Blick", vergewissert Kevin Piehl. Daher sei es äußerst hilfreich, dass der NJV bereits viele Fördermöglichkeiten des LSB Niedersachsen nutzt. „Hier sind wir schon auf einem sehr guten Weg.“ Dennoch werde es auch unangenehme Entscheidungen in den nächsten Jahren geben, um die finanzielle Nachhaltigkeit des NJV auch langfristig zu sichern. Kevin Piehl gibt sich zuversichtlich: „Wir werden hier einen guten Kompromiss für alle Beteiligten finden.“

Nach zehn Monaten zieht NJV-Präsident Julian Jelinsky ein erstes Resümee: „Es sind wahnsinnig spannende und vielseitige Prozesse, die wir gerade anschieben und fortführen. Man kann mächtig stolz darauf sein, so einen Verband mitzugestalten. Ich freue mich darauf, beim ersten Verbandstag unserer Amtszeit von der bisherigen Arbeit zu berichten.“