Um unsere technischen Fertigkeiten weiter zu verbessern, trafen wir uns am Samstag, den 20. September mit neun fortgeschrittenen ID-Judo-Freunden aus Braunschweig, Hannover, Moordorf und Osnabrück zu einem Kata-Lehrgang im Dojo des Welfen SC am Katastützpunkt in Braunschweig. Das bei diesem Lehrgang anschaulich vermittelte Wissen soll insbesondere zwei Teilnehmenden aus Moordorf und Osnabrück weitere technische Verbesserungen zur Vorbereitung auf ihre beim diesjährigen Herbstlehrgang geplante Graduierung zum ersten Dan im ID-Judo ermöglichen. Aber auch alle anderen Teilnehmenden konnten viele wertvolle Hinweise vom Lehrgangsleiter und Kata-Katareferent Jan Smeikal mitnehmen.
Bereits während unseres Aufwärmprogramms liefen wir nicht nur einfach bunt durcheinander, sondern übten dabei bereits die katatechnisch wichtigen Bewegungsrichtungen vorwärts, rückwärts und seitwärts. Anschließend folgte ein unterhaltsames Aufwärmspiel, bei dem die mit dem Ball abgeworfenen Spieler eine Bankposition einnehmen mussten, um nun von ihren Mitspielern durch eine Vorwärtsfallübung über die Bank ins Spiel zurückgerufen werden zu können.
Als wir aufgewärmt mit unserem Training fortfahren wollten, bemerkten wir, dass wir nur noch eines unserer beiden Beine mit normalen Schritten bewegen konnten, während wir unser anderes Bein dem gesunden Bein hinterherziehen mussten und wir übten, uns trotz dieser Einschränkung vorwärts-, rückwärts und seitwärts über die Matte zu bewegen. Nachdem uns dies allein gelungen war, nahmen wir uns einen Partner und bewegten uns gemeinsam parallel in dem vorab einstudierten Schrittmuster. Nach einer kurzen Pause stiegen wir in den Hauptteil unseres Kata-Lehrgangs ein.
Da wir beim ID-Judo, um Verletzungsrisiken zu minimieren, bewusst auf das Erlernen und den Einsatz der meisten Selbstfalltechniken verzichten, beschränkte sich auch unser Kata-Lehrgang auf die ersten drei Wurfgruppen der Nage-no-kata, also die Hand-, Hüft- und Beintechniken. Dennoch hat uns das beidseitige Training dieser 3x3 Techniken viel Kondition und Konzentration abverlangt. Jan Smeikal zeigte uns die technisch richtige Ausführung aller neun Techniken schrittweise, nachvollziehbar und ausführlich und konnte uns aufgrund seiner langjährigen Expertenerfahrung viele praktische Hinweise geben, um typische Fehler bei der Ausführung zu vermeiden und unsere individuellen Schwächen erkennen und verbessern zu können.
Da die Technik Kata-Guruma (Schulterrad) besonders hohe Anforderungen an die angst- und verletzungsfreie Falltüchtigkeit unseres Partners stellt, haben sich die Anfänger darauf beschränkt, diesen Wurf aus dem eigenen Kniestand zu trainieren, wodurch wir auch diese Technik sorgenfrei und erfolgreich erlernen und verbessern konnten. Die vielen Anregungen und Erfahrungen, die wir heute gemeinsam sammeln konnten, nehmen wir mit, um beim Training in unseren Vereinen weiter daran zu arbeiten.
Wir danken unserem lieben Organisator und NJV-Behindertensportreferenten Martin Frey und unserem tollen NJV-ID-Kata-Referenten Jan Smeikal für seinen engagierten Einsatz und dem ausrichtenden Welfen SC Braunschweig, der so nett war, uns sein schönes Dojo für unser Training zur Verfügung zu stellen. Neben dem Lehrgangsschwerpunkt Kata konnten wir auch wichtige Anregungen zur Verbesserung unserer individuellen Falltechnik mitnehmen: ohne einen Partner, der angstfrei und sauber fallen kann, ist es uns unmöglich, einen - im Sinne von Kata - technisch schönen Wurf werfen zu können. Viele von uns tun sich trotz höherer Graduierung beim vorwärts Fallen selbst noch schwer, angstfrei und technisch sauber in hohem Bogen über unsere Schulter über den uns werfenden Partner zu fallen. Deshalb sollten wir der Fallschule in unserem regelmäßigen ID-Judo-Training ausreichend Zeit einräumen, damit jeder unserer Judoka auf seinem Weg genug Zeit hat, um eine Fallübung vorwärts - spätestens als Fortgeschrittener ab dem grünen Gürtel – angstfrei und sicher fallen zu können.
Der Sommer neigt sich dem Ende und jetzt freuen wir uns auf den Höhepunkt unseres ID-Judo-Jahres 2025: unseren Herbstlehrgang, der wieder während der Herbstferien vom 12. bis 17. Oktober in der Jugendherberge in Rotenburg (Wümme) stattfinden wird. Hierzu wünschen wir allen Teilnehmenden viel Freude. Ganz besonders wünschen wir Markus und Mike, dass sie ihr intensives Vorbereitungstraining mit einer erfolgreichen Graduierung zum ersten Dan abschließen können und wie immer freuen wir uns auf viele andere Judoka mit und ohne Beeinträchtigung, die Freude daran haben, gemeinsam mit uns Judo zu trainieren.
Text: Alex Poth
Fotos: Jan Smeikal und Dieter Arend
Redaktionelle Anpassungen: NJV