Tag 1 – Sonntag, 12. Oktober
Auch in diesem Jahr fand der große inklusive Herbstlehrgang wieder in Rotenburg statt. Aus allen Teilen Niedersachsens, auch aus Berlin und Hessen, kamen ca. 100 Judoka mit und ohne Behinderungen zusammen, um eine Woche Sport, Spiel und vor allem Spaß zu erleben.
Am Sonntag startete der Lehrgang mit einem Auftakttraining, das von Sylvia Rickels (Judo Eisbären Westerstede) geleitet wurde. In diesem Jahr stand der Wurf O-goshi im Zentrum des Lehrgang. Nach dem Training wurden die Zimmer bezogen und nach dem Essen wurde es für einige Teilnehmenden nochmal sportlich: Beim Prüfungstraining stellten die Judoka sich den kritischen Blicken der Trainer*innen. Ob es am Ende reicht? Das wird sich bei der Graduierung am Donnerstag zeigen. Wer es ruhiger wollte, der stimmte sich beim Vorlesen auf das Schlafengehen ein. Die Schwester eines Teilnehmenden Judoka beschrieb es wie folgt: „Die schönste Dienstreise…“
Der Geist der Judo-Begeisterung wehte wieder durch die Jugendherberge und noch mehr durch die Trainingshalle von Rotenburg an der Wümme: Mit fast 100 Teilnehmenden des ID-Judo war wieder viel los auf der Matte. Dieses Jahr lag der Fokus auf der Verfeinerung des Wurfes O-goshi und so mancher Vorbereitung oder gar Prüfung zum ersten Dan. Für manche ist die Gürtelprüfung ein langersehntes Ziel. Kontinuierlich darauf hinzuarbeiten, während anderen nur das Dabeisein wichtig war, erforderte besondere Disziplin – daher wurden die Technik-Trainings auch noch mit abendlichen Veranstaltungen verstärkt. Für alle, die es ruhiger brauchten, gab es Basteln und anschließend eine Vorlesestunde.
Sogar die Wahl der Athlet*innenvertretung war eine sportliche Angelegenheit, denn es ging darum, sich im Vorbeigehen an den verschiedenen Ausgängen zu den Umkleiden für eine der drei Personen zu entscheiden.
Diese Woche wird einfach für alle der Höhepunkt des Jahres, das absolute Highlight, und ob es um den Lehrgang geht, das eigene Weiterkommen oder um das Mitbekommen wie ID-Judo überhaupt so ist - selten so schön gehört: „Es ist die schönste Dienstreise, die man sich vorstellen kann.“
Text: Lee Theodora Gusic und Martin Frey
Redaktionelle Anpassungen: NJV