Niedersachsens Kata-Asse glänzen bei den Deutschen Meisterschaften

37 Grad Außentemperatur, eine aufgeheizte Wettkampfhalle und zwei Tage voller Konzentration, Präzision und Höchstleistungen: Bei den Deutschen Kata-Meisterschaften und Inklusiven Deutschen Kata-Meisterschaften ID-Judo in Freital präsentierten sich 13 Kata-Paare des Niedersächsischen Judo-Verbandes in beeindruckender Form und kehrten mit insgesamt zwei Deutschen Meistertiteln, vier Vizemeistertiteln sowie einem starken vierten Platz im Gepäck zurück.

Kata gilt als die Kunst der perfekten Bewegung im Judo. Hier zählen nicht Kampfgeist und direkte Duelle, sondern technisches Können, Harmonie und das präzise Zusammenspiel von Tori und Uke. Genau diese Qualitäten stellten die niedersächsischen Teams am vergangenen Wochenende unter Beweis, das nicht nur sportlich, sondern auch klimatisch eine echte Herausforderung darstellte.

Starker Auftakt in der Nage-no-kata
Am ersten Wettkampftag gingen drei niedersächsische Teams in der Nage-no-kata der Senioren an den Start. Im ersten Vorrundenpool trafen Jette Buchholz und Laurenz Degener, amtierende U21-Vize-Europameister, auf hochkarätige Konkurrenz. Darunter die aktuellen EM-Dritten sowie die Jugend-Vizeeuropameister des Jahres 2025. Im zweiten Pool gingen Sonja Schacht und Bennet Brandes als diesjährige EM-Vierte und damit als Mitfavoriten auf den Finaleinzug auf die Matte.

Beide Teams wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und qualifizierten sich souverän für das Finale. Dort hieß es nochmal: volle Konzentration, Technik für Technik, Wurf für Wurf.

Am Ende sicherten sich Sonja Schacht und Bennet Brandes verdient die Silbermedaille und damit den Titel des Deutschen Vizemeisters. Besonders bemerkenswert: Sie lagen punktgleich mit den Bronzemedaillengewinnern, die jedoch mehr größere Fehler gemacht haben als Schacht und Brandes. Für Jette Buchholz und Laurenz Degener, die international noch in der U21-Klasse starten, stand mit Rang vier ein weiteres Ausrufezeichen hinter einer starken Leistung.

Komplettiert wurde das Trio von Adrian Gehl und Björn Koch, die den Einzug in die Finalrunde nur knapp verpassten.

Überraschungssilber in der Kime-no-kata
Ebenfalls am Samstag gingen Dennis Mennenga-Burkhardt und Youssef Diouri in der Kime-no-kata an den Start. Nach längerer Wettkampfpause präsentierte sich das Duo in hervorragender Verfassung und sicherte sich in einem kleinen, aber qualitativ starken Teilnehmerfeld überraschend die Silbermedaille.

Björn Koch und seine Kata-Partnerin Wiebke Behrendt gingen ebenfalls in der Kime-no-kata an den Start. Mit einer gelungenen Vorführung belegten sie am Ende einen guten fünften Platz.

Itsutsu-no-kata
Wiebke Behrendt und Megan Balint zeigten in der Itsutsu-no-kata eine starke Leistung und sicherten sich mit ihrer Performance den vierten Platz.

Historischer Titel in der Ju-no-kata
Der zweite Wettkampftag begann aus niedersächsischer Sicht mit einem besonderen Kapitel deutscher Kata-Geschichte. Erstmals wurden Deutsche Jugendmeisterschaften auch in der Ju-no-kata ausgetragen. 

Die jüngsten Athleten des gesamten Turniers, Ved Gondaliya und Per-Mattis Johannsen, nutzten diese Gelegenheit eindrucksvoll. Mit einer herausragenden Vorstellung sicherten sie sich den ersten Deutschen Meistertitel, der jemals in dieser Disziplin vergeben wurde. Ein Erfolg, der für immer in den Ergebnislisten stehen wird.

Für ein perfektes Vereinsergebnis sorgten ihre Vereinskameradinnen Celine Packeiser und Victoria da Silva Sehm, die direkt dahinter die Silbermedaille gewannen. Beide Teams bewiesen technische Reife und Ausstrahlung auf der Matte und das bereits in jungen Jahren.

Silber in der Katame-no-kata
In der Katame-no-kata gingen gleich zwei niedersächsische Teams auf Medaillenjagd. Im ersten Vorrundenpool starteten Johannes Knollmann und Sascha Rödiger, im
zweiten Pool Carolin Charina Jeromin und Martin Etter. Beide Teams überzeugten in der Vorrunde und qualifizierten sich für das Finale.

Dort mussten Jeromin und Etter direkt als erstes Paar auf die Matte. Eine undankbare Startposition, die sie jedoch eindrucksvoll meisterten. Mit starken 404 Punkten setzten sie sofort ein Ausrufezeichen und brachten sich in eine aussichtsreiche Medaillenposition.

 

Anschließend begann das Warten auf die Bewertungen der weiteren fünf Finalteams. Schnell wurde klar: Die Leistung würde für Edelmetall reichen. Am Ende mussten sich die beiden lediglich den mehrfachen Deutschen Meistern und zweifachen Vizeweltmeistern aus Nordrhein-Westfalen geschlagen geben. Die Belohnung: die Silbermedaille und der Titel des Deutschen Vizemeisters.

Knollmann und Rödiger konnten sich im Finale im Vergleich zur Vorrunde nochmals steigern und bestätigten ihre gute Leistung. Am Ende belegten sie einen starken sechsten Platz.

In der Ju-no-kata gingen zwei weitere niedersächsische Paare an den Start. Trotz guter Vorführungen konnten sie sich gegen die starke Konkurrenz nicht durchsetzen und verpassten den Sprung in die vorderen Ränge.

Gold für das niedersächsische ID-Team
Auch im inklusiven Wettkampfbereich war Niedersachsen erfolgreich vertreten. Für das niedersächsische ID-Team gingen Julia Maria Vollmer und Alexander Poth in der Nage-no-kata WK I an den Start und überzeugten mit einer technisch sauberen Demonstration. Verdient nahmen sie am Ende die Goldmedaille entgegen. 

Erfolgreiches Meisterschaftswochenende
Die Deutschen Kata-Meisterschaften und Inklusiven Deutschen Kata-Meisterschaften ID-Judo 2026 werden aus niedersächsischer Sicht lange in Erinnerung bleiben. Unter extremen Bedingungen bewiesen die Athlet*innen des NJV nicht nur technische Klasse, sondern auch mentale Stärke und Durchhaltevermögen. 
Die Bilanz kann sich sehen lassen:

  • 2 x Gold
  • 4 x Silber
  • 1 x vierter Platz

Ein Ergebnis, das die starke Entwicklung des niedersächsischen Kata-Sports eindrucksvoll unterstreicht und Lust auf die kommenden nationalen und internationalen Herausforderungen macht.

Als niedersächsische Wertungsrichter waren tätig: Kurt Teller (6. Dan), Wolfram Diester (6. Dan) und Jutta Milzer (5. Dan).


Text: Carolin Charina Jeromin und Jutta Milzer

Redaktionelle Anpassungen: NJV

Foto: Carolin Charina Jeromin