Für NJV-Athlet Dimitri Peters (Judo-Team Hannover) hätte es an diesem Wochenende nicht besser laufen können: Der Sportsoldat sicherte beim Judo Grand Prix in Zagreb die einzige Goldmedaille für den DJB. Er geht – nach seiner dritten Podestplatzierung bei der vierten für die Olympiaqualifikation relevanten IJF-Veranstaltung in diesem Jahr – als Mitfavorit in die am 23.05 und 24.05. stattfindenden World Masters im marokkanischen Rabat. Für Peters war es – neben dem Sieg bei einem Grand Slam 2014 – erst der zweite Gewinn eines Grand Prix überhaupt. 2013 triumphierte er in Abu Dhabi.
In seiner Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm startete der Hannoveraner mit einem Haltegrifferfolg über Aleksandre Mskhaladze, 35. der Weltrangliste, in das Turnier. Vor der entscheidenden Wurfaktion mit anschließender Festhaltetechnik hatte „Dima“ eine nach seinen Worten „heikle Situation“ zu überstehen: Einen O-soto-gari setzte er nicht mit allerletzter Entschlossenheit an, sodass er seinem Gegner Raum zum Kontern bot. Diese Möglichkeit konnte der Georgier, den Peters schon beim Grand Prix in Tiflis hat schlagen können, jedoch nicht in eine Wertung ummünzen.
Seinen zweiten Vorrundenkampf bestritt er gegen den Zweitplatzierten der letztjährigen European Open in Portugal, Domenico Di Guida aus Italien, ebenfalls erfolgreich. Nach 98 Sekunden gewann er mit einer Hebeltechnik. Noch schneller ging er aus dem Kampf um den Einzug in das Halbfinale als Gewinner hervor: Gegen den Polen Jakub Wojcik brauchte er nur 80 Sekunden, um das Aufeinandertreffen mit einem Schulterwurf für sich zu entscheiden – sein schnellster Sieg an diesem Tag sollte es aber nicht bleiben.
Auch sein Konkurrent um die deutsche Fahrkarte zu den Olympischen Spielen 2016, der Leverkusener Karl-Richard Frey, erreichte mit drei Siegen das Halbfinale. So kam es wie schon beim Grand Prix in Samsun zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden Deutschen. „Es wäre natürlich schöner gewesen, erst im Finale aufeinander treffen zu können“, äußert sich Dimitri zu der Auslosung. Hatte er in der Türkei noch eine Niederlage gegen seinen Nationalmannschaftskollegen hinnehmen müssen, setzte er sich an diesem Wochenende gegen ihn durch. Eine schon nach 29 Sekunden erzielte kleine Wertung brachte er geschickt über die Zeit. „Es ist ein Hin und Her. Letztes Mal hat er gewonnen, jetzt ich“, kommentiert „Dima“ den Kampf. „Ich bin froh, dass es einen gibt, der Druck macht. Das schraubt unser Niveau hoch. Wer es am Ende schafft, zu den Olympischen Spielen zu kommen, hat die besten Voraussetzungen und Chancen, eine Medaille zu holen“, äußert sich der Olympia-Dritte von London mit Blick auf die laufende Qualifikationsperiode im DJB-Interview. „Neben der Matte verstehe ich mich mit Karl-Richard gut“, fügt er an.
Im Grand Prix-Finale stand der am 04.05. 31 Jahre alt gewordene Peters dem 10 Jahre jüngeren Michael Korrel gegenüber. Für den Niederländer, 2014 Vize-Europameister der U23, war es die erste Finalteilnahme bei einem Grand Prix. Bereits im Februar konnte er die European Open in Sofia gewinnen. Dimitri stellte sich nach seiner Aussage auf einen harten Kampf über die Zeit ein, wurde dann aber – wie viele andere auch – überrascht, als er nach nur 45 Sekunden die Aufgabe Korrels durch eine Hebeltechnik erzwang. „Ich freue mich sehr über den Turniersieg und die 300 Weltranglistenpunkte, die es dafür gibt“, jubelt „Dima“ und erinnerte daran, dass dies die erste Veranstaltung mit 100-prozentiger Relevanz für „den Weg nach Rio“ ist. „Die letzten beiden Turniere liefen schon gut; es ist schön, wenn man seine Form auf diese Art und Weise bestätigen kann“, sagte er weiter.
In der Weltrangliste kletterte er durch seinen Triumph um zwei Positionen auf Rang 4 nach oben – und ist nun punktgleich mit Karl-Richard Frey. Spannender kann die Ausgangslage für die nächsten internationalen Einsätze also kaum sein.
Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Fotos: IJF