Dimitri Peters und André Breitbarth verpassen die Medaillenränge

Die niedersächsischen Judoka Dimitri Peters (Judo-Team Hannover) und André Breitbarth (SFV Europa Braunschweig) haben bei den Europameisterschaften bzw. den European Games die Medaillenränge verpasst. In ihren Individualkonkurrenzen platzierte sich Peters auf Rang 5. Breitbarth erreichte Platz 7. Im Teamwettbewerb belegte die deutsche Männer-Nationalmannschaft einen undankbaren fünften Platz. 

„Mit großen Erwartungen“ ist Dimitri Peters seiner Aussage nach in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm an den Start gegangen. Gerne hätte er seinen persönlichen Beitrag zum insgesamt sehr guten Abschneiden des DJB-Teams – in Baku wurde eine Gold-, drei Silber- und fünf Bronzemedaillen sowie fünf weitere Platzierungen gewonnen – geleistet. „Die Erfolge meiner MitstreiterInnen haben mich noch ‚hungriger‘ gemacht“, äußerte sich der Hannoveraner. „Heute fehlte jedoch meine Tagesform und womöglich auch etwas Glück“, analysierte er seinen Wettkampftag. Dieser begann mit seinem Zweitrundensieg gegen den Polen Jakub Wojcik (#53) hoffnungsvoll. Bereits nach etwas mehr als einer Minute konnte der NJV-Athlet diesen Kampf mit einem Seoi-nage für sich entscheiden. „Der Wurf fühlte sich überaus gut an“, beschrieb „Dima“ seinen Einstand in das Turnier.

Im folgenden Kampf um den Einzug in das Halbfinale traf er dann auf Henk Grol (#11). Der Niederländer ist ein Kontrahent, auf den Peters fast ausschließlich bei Saisonhöhepunkten getroffen ist. Die beiden Athleten standen sich bereits bei den Weltmeisterschaften 2009 und 2013 sowie bei den Olympischen Spielen 2012 gegenüber. 2009 und 2013 behielt Grol die Oberhand, 2012 schlug Dimitri Grol auf dem Weg zu seiner Bronzemedaille. 2015 konnte der Niederländer seinen dritten Sieg bei einem Top-Ereignis über den Deutschen feiern. Eine in der ersten Kampfhälfte erzielte Yukobewertung verteidigte der spätere Europameister geschickt über die Zeit und schickte Peters damit in die Trostrunde. Dort machte er mit Frederik Joergensen aus Dänemark (#63) kurzen Prozess. Nur 34 Sekunden benötigte „Dima“, um sich seine Chancen auf die anvisierte Medaille zu wahren.

Im Kampf um Platz 3 wartete mit Cyrille Meret (#6) eine schwierige Aufgabe. Der Franzose konnte im Verlauf der Meisterschaft bereits Peters‘ Teamkollegen Karl-Richard Frey bezwingen. Nach 05:00 Minuten Kampfzeit stand fest, dass Frey nicht der einzige Deutsche war, der gegen den Sechsten der Weltrangliste an diesem Tag ins Hintertreffen geraten ist: Meret setzte sich mit einem Yuko durch. „Ich wusste, was möglich gewesen wäre. Heute aber reichte es für mich nur für den undankbaren fünften Platz“, kommentierte Dimitri seine verpasste Medaille, blickte aber gleichzeitig sofort wieder nach vorne: „Im Team-Wettbewerb wird nochmal angegriffen. Der Medaillentraum lebt!“ Am Abschlusstag der European Games gelang es der Männernationalmannschaft jedoch nicht, diesen Traum wahr werden zu lassen. In einem Feld von 10 teilnehmenden Staaten ging der Vorrundenkampf gegen Ungarn knapp mit 2:3 verloren. Mit einem 4:1-Sieg gegen Tschechien wahrte sich das deutsche Team die Chancen auf die Bronzemedaille, verpasste diese aber im entscheidenden Mannschaftskampf gegen Russland – die Begegnung endete ebenfalls mit 2:3. 

Der Braunschweiger André Breitbarth startete in der Individualkonkurrenz ebenfalls mit einem Sieg in das Turnier: Nach einem Freilos in der ersten Runde kam es wie erwartet zu einer Neuauflage einer Begegnung, die zuvor schon beim Grand Prix von Budapest, dem letzten Kräftemessen vor den European Games, stattgefunden hat – Andrés Gegner hieß Oleksandr Gordiienko, der sich mit zuletzt starken Ergebnissen auf Platz 30 der Weltrangliste vorgearbeitet hatte. Während sich Breitbarth in Ungarn noch dem Ukrainer geschlagen geben musste, gelang ihm heute die Revanche: Nach 04:39 Minuten Kampfzeit war der Auftaktsieg perfekt.
Im Poolfinale sah sich der NJV-Athlet Marius Paskevicius (#21) gegenüber. Auch der Litauer ist dem Braunschweiger zuvor nicht unbekannt gewesen: Zuletzt trafen sie beim Grand Prix in Düsseldorf aufeinander. Der damalige Vorrundenkampf ging zugunsten Breitbarths aus. In Baku ging Paskevicius nach etwa der Hälfte der Kampfzeit als Gewinner von der Matte. So ging es für den Deutschen in der Hoffnungsrunde weiter, in der Levani Matiashvili aus Georgien (#9) heute ebenfalls zu stark für André war und ihm eine Teilnahme an der Finalrunde verwehrte. Der NJV-Athlet musste sich in der Endabrechnung mit Platz 7 zufrieden geben. „Die Turniertage sind nicht ganz nach Plan verlaufen, aber ich spüre, dass es wieder bergauf geht“, bewertete André seine erreichten Einzel- und Teamplatzierungen. 

Viel Erfolg auch für die Abschlussveranstaltung der diesjährigen kontinentalen Meisterschaften!

Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Foto: EJU