Eine Woche nach ihrem Zwischenhalt in Georgien gastierte die Grand Prix-Serie der IJF nun im türkischen Samsun. Für den NJV kämpften Dimitri Peters, Igor Wandtke (beide Judo-Team Hannover) und André Breitbarth (SFV Europa Braunschweig) um Punkte für die Weltrangliste und die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.
Nach seinem zweiten Platz in Tiflis hinterließ Dimitri Peters auch an diesem Wochenende einen starken Eindruck. Im Limit bis 100 Kilogramm konnte er am Ende des Tages die Bronzemedaille in Empfang nehmen. Der Hannoveraner hatte mit Ippon-Siegen gegen den Esten Grigori Minaskin und den Österreicher Christoph Kronberger einen guten Start in das Turnier. Auch im Poolfinale gegen den 18. der Weltrangliste, Toma Nikiforov aus Belgien, stellte er seine derzeitige gute Form unter Beweis und besiegte seinen Gegner, der sich im letzten Jahr bei drei Grand Prix in die Medaillenränge vorkämpfen konnte, mit Waza-ari für O-soto-gari.
Im Halbfinale traf er auf seinen Nationalmannschafts-Kollegen Karl-Richard Frey. Gegen den Leverkusener musste der Weltranglistensechste nach der Hälfte der Kampfzeit eine Niederlage hinnehmen. Auch wenn damit schon feststand, dass Dima die Aufholjagd im teaminternen Duell nicht hat fortsetzen können und nun wieder etwas an Boden verlieren würde, tat das der Motivation für das kleine Finale keinen Abbruch. Im Kampf um Platz drei besiegte er den Sieger der Asienmeisterschaften 2013, Javad Mahjoub, souverän mit einer Hebeltechnik. Der Iraner war nach längerer Pause wieder bei einem Wettkampf auf internationaler Ebene am Start. Auch wenn der Jubel direkt nach dem Gewinn der Bronzemedaille recht verhalten war, zeigten sich Peters und sein Trainer am Olympiastützpunkt Hannover, Sven Loll, mit dem Wochenende insgesamt zufrieden.
Trotz einer noch nicht ganz auskurierten Teilluxation des Schlüsselbeines – eine Verletzung, die er sich jüngst beim Düsseldorfer Grand Prix zugezogen hatte – wieder am Start war Igor Wandtke in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm. Der Sportler äußerte sich im Vorfeld vorsichtig zu seinen Zielen in der Türkei: „Mal sehen, was mein Körper schon wieder zu leisten bereit ist. Es gilt aus mittelmäßigen Bedingungen das bestmögliche Ergebnis herauszuholen. Die Punkte für die Olympia-Qualifikation sammeln sich ja leider nicht von selbst.“ Dem Gewinn des ersten Kampfes gegen den Brasilianer Igor Parreira mit einem Waza-ari und einem Yuko folgte eine hauchdünne Niederlage gegen den Lokalmatador und späteren Silbermedaillengewinner Hasan Vanlioglu mit 3:2 Strafen und damit das Ausscheiden aus dem Turnier. „Ich habe alles gegeben, heute war einfach nicht mehr drin“, resümierte der Athlet, der mit Blick auf die Vergabe der Strafen in seinem zweiten Kampf nicht unbedingt einer Meinung mit dem Kampfgericht war. „Aber so ist es nun einmal [...], wer weiß, wie weit mich mein Körper, Geist und Wille noch getragen hätte“, fügte Wandtke seinen kritischen Worten hinzu.
Der dritte niedersächsische Starter, André Breitbarth, blieb vom Pech verfolgt. Der Braunschweiger, nun 16. der Weltrangliste, musste sich in seinem ersten Kampf in der Kategorie über 100 Kilogramm dem Dritten der letztjährigen Afrikameisterschaften, El Mehdi Makli aus Marokko, mit 2:1 Strafen geschlagen geben und war damit schon früh ausgeschieden.
Die Turnierserie der IJF wird am ersten Maiwochenende mit dem Grand Prix in Zagreb (Kroatien) fortgesetzt. Eine Woche später findet der Grand Slam in Baku (Aserbaidschan) statt.
Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Fotos: [oben]; [2]-[6]: IJF Media by Zahony; [1] & [7]: privat