EM: Dimitri Peters und André Breitbarth greifen am Samstag in das Wettkampfgeschehen ein

Mit Dimitri Peters (Judo-Team Hannover) und André Breitbarth (SFV Europa Braunschweig) stehen auch zwei niedersächsische Judoka im Aufgebot des Deutschen Judobundes für die laufenden Europameisterschaften im Rahmen der European Games in Baku (Aserbaidschan). Sie werden sich in den am Samstag stattfindenden Einzelwettkämpfen bis 100 Kilogramm und über 100 Kilogramm mit nahezu sämtlichen europäischen Top-Judoka messen. Lediglich der Führende der Weltrangliste im Schwergewicht, Teddy Riner aus Frankreich, wird verletzungsbedingt nicht an den Start gehen.

Dimitris Ziel wird es sein, an seine Leistungen der vergangenen Wettkämpfe anzuknüpfen. In seiner Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm müsse man auch ein Quäntchen Glück haben, um am Ende des Tages ganz oben zu stehen. „Aufgrund der hohen Leistungsdichte werden Kleinigkeiten entscheiden“, erläutert er im DJB-Interview. Auch sein nationaler Konkurrent um das Ticket zu den Olympischen Spielen, Karl-Richard Frey aus Leverkusen, wird in Baku am Start sein. „Es ist positiv, dass man sich gegenseitig hat. Konkurrenz schraubt das Niveau hoch“, analysiert Peters. Dass sich beide Athleten auf Weltklasseniveau bewegen, zeigt ein Blick auf die Weltrangliste: „Dima“ liegt dort mit sehr knappen Vorsprung vor seinem Nationalmannschaftskollegen auf Platz 3. Beide starten damit mit einem Freilos in die Europameisterschaften. Auch wenn DJB-Sportdirekor Mark Borchert keine Namen nennt: Auch für ihn sind die Athleten in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm mit „die größten Hoffnungen“, wenn es darum geht, nach 2008 erstmals wieder einen EM-Titel für Deutschland zu gewinnen. Für Dimitri Peters sind solche Überlegungen nicht sehr relevant. Auch mit Blick auf die Olympiaqualifikation überlasse er das Rechnen eher dem Trainer. „Ich versuche, mich auf mich und meine Wettkämpfe zu konzentrieren. Ich will mein Ziel erreichen und schaue daher nicht, was die anderen machen“, zeigt sich der 31-Jährige fokussiert. Ein entscheidender Vorteil könnte dabei sein Erfahrungsschatz sein. Schließlich hat er, wie er selbst formuliert, „den Zirkus [der Olympiaqualifikation] schon einmal mitgemacht“. Insofern sind die Europameisterschaften für ihn auch nur eines von mehreren großen Turnieren auf dem Weg nach Rio.

Ebenso wie Dimitri Peters wird auch André Breitbarth (#15) erst in der zweiten Runde der Europameisterschaften in das Wettkampfgeschehen eingreifen müssen. Dort trifft er auf den Sieger des Kampfes zwischen Arturs Nikiforenko aus Lettland (#59) und dem Ukrainer Oleksandr Gordiienko (#30). Mit dem Ukrainer steht nach Andrés Niederlage beim Grand Prix von Ungarn noch eine Revanche aus. Beide seiner potenziellen Gegner sind nur geringfügig jünger als er selbst. Ob es vorteilhaft ist, dass man seine Konkurrenten schon aus der Jugend- oder Juniorenzeit kennt, ist für den Braunschweiger schwer zu sagen. „Alle haben in den letzten Jahren ihre Kampfstile geändert, sodass man sich immer neu auf sie einstellen muss. Sie entwickeln sich – wie man sich selbst auch – immer weiter. Natürlich kennt man sich auch von außerhalb der Matte, aber im Kampf selbst macht das dann keinen Unterschied“, äußert der Braunschweiger. Für ihn gilt es, im Wettkampf an den Top 3 – Barna Bor (der Ungar befindet sich in einem Pool mit André), Roy Meyer aus Niederlanden und den Russen Renat Saidov – vorbeizukommen, um im Kampf um die Medaillen ein Wörtchen mitreden zu können.

Der NJV wünscht beiden Athleten maximalen Erfolg und das notwendige Quäntchen Glück!

Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Foto: privat