Hannah Deliu und Thilo Assmann starten bei EM U18 (II)

Neben Hannah Deliu vertritt Thilo Assmann (Judo in Holle) die niedersächsischen Farben bei den vom 03.07. bis 05.07. stattfindenden Europameisterschaften der U18. Bereits am (heutigen) ersten Wettkampftag tritt er in seiner Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm in Aktion. Sein Auftaktgegner ist der Grieche Konstantinos Angelidis, der bislang noch nicht auf der EJU-Tour in Erscheinung getreten ist.

Im Gespräch mit dem NJV-Medienteam äußerte sich der 16-Jährige über seinen ersten Start bei kontinentalen Meisterschaften vorsichtig. „Mein Ziel ist eine Platzierung unter den ersten Fünf, wobei ich das nicht zwangsläufig erwarte. Ich wünsche mir, dass ich ein starkes Turnier kämpfen und viel Spaß haben werde“, differenziert der Sportler, „natürlich werde ich mein Bestes geben!“ Grundlage für die Nominierung zu diesem Höhepunkt waren seine guten Leistungen bei diesjährigen European Cups und verschiedenen DJB-Trainingsmaßnahmen.

An Thilos Beispiel zeigt sich, dass es nicht unbedingt Top-Resultate bei Wettkämpfen sein müssen, die den Bundestrainern im Gedächtnis bleiben, sondern das großer Trainingsfleiß und entsprechende technische und kämpferische Fortschritte ebenso ins Gewicht fallen. „Ein wenig überraschend war die Nominierung für mich trotzdem“ kommentiert der Holler die Entscheidung der Bundestrainer, die nach dem European Cup in Berlin bekannt gegeben wurde. „Natürlich habe ich mich sehr über das Vertrauen gefreut und werde alles daran setzen, dieses nun zu rechtfertigen.“

Bei den European Cups in Berlin und Bielsko Biala (Polen) belegte Thilo neunte Plätze – Ergebnisse, die seinen jeweiligen starken Tagesleistungen nicht unbedingt gerecht wurden. Bei beiden Turnieren verhinderten oft sehr knappe Niederlagen gegen spätere Medaillengewinner ein besseres Ergebnis. In der deutschen Hauptstadt kämpfte sich der Holler Bundesligakämpfer mit drei Siegen bis in das Poolfinale vor. Besonders in seinem zweiten Kampf des Tages glänzte Thilo mit einem Erfolg gegen zu dem Zeitpunkt Führenden der Weltrangliste, Ofek Shani. Nach etwas mehr als der Hälfte der Kampfzeit konnte der NJV-Athlet einen Yuko ausgleichen und anschließend mit einer Haltegrifftechnik punktemäßig an dem Israeli, der zuvor den EC in Teplice für sich entscheiden konnte, vorbeiziehen. Diese Führung verteidigte er bis zum Ende der Kampfzeit geschickt und ging als Sieger von der Matte. Auch in seinen beiden anderen gewonnen Vorrundenkämpfen konnte er im Boden gute Akzente setzen. Nach dem verlorenen Kampf um den Einzug in das Halbfinale (Sevak Papikian (#27) aus Russland behielt nach 04:00 Minuten die Oberhand) kam es im folgenden Trostrundenkampf zu einem spannenden Kampf gegen den Kasachen Kuan Barys. Nach 1:41 entschieden die Kampfrichter einen insgesamt ausgeglichenen Kampf zu Thilos Ungunsten.

Einen ähnlichen Turnierverlauf nahm der European Cup in Polen. Nach einem souverän gewonnenen Auftaktkampf konnte sich der Holler Athlet über einen Sieg gegen den 14. der Weltrangliste und Gewinner des diesjährigen kroatischen EC, Gievorg Manukian (Ukraine) besonders freuen. Nach einer Niederlage gegen den späteren Turniersieger Hideyuki Ishigooka (#19) musste Thilo in der Hoffnungsrunde erneut in den Golden Score – gegen den ungarischen Kämpfer Benedek Toth konnte er sich dieses Mal durchsetzen. Ein besseres Ergebnis als der neunte Platz blieb ihm durch die Niederlage gegen den Moldauer Cornel Andries nach Strafen aber verwehrt. Einen guten Start in das Wettkampfjahr hatte Thilo mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften seiner Altersklasse. Zusätzliche Erfahrung mit der internationalen Wettkampfhärte sammelte er bei den Bremen Masters und beim European Cup im tschechischen Teplice.

Dass Thilo mindestens in Schlagdistanz zur Spitze in seiner Gewichtsklasse ist, zeigen die Siege gegen hochkarätige Gegner. In diesem Sinne ist bei dem bevorstehenden Saisonhöhepunkt auch „einiges drin“. Viel Erfolg dafür, dass sich die vielen Turnierteilnahmen, DJB-Vorbereitungslehrgänge und individuellen Einheiten an verschiedenen niedersächsischen Trainingsstandorten ausgezahlt haben und auch das notwendige Quäntchen Glück auf der Matte nicht fehlt!

Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)