Neben Dimitri Peters und André Breitbarth war auch das dritte Mitglied des „Teams Hannover“, Igor Wandtke (bis 73 Kilogramm) im Juni bei Qualifikationsturnieren auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro am Start.
Am ersten Wochenende des Monats kämpfte er bei den European Open in Minsk (Weißrussland). Dort konnte er an seine zuletzt guten Ergebnisse – bei den European Open in Rumänien holte er den Turniersieg; beim Grand Slam in Baku verpasste er das Podest als Fünfter nur knapp – anknüpfen und sich die Bronzemedaille sichern.
Nach vorzeitigen Vorrundensiegen gegen den Zyprer Phedias Konnaris (#138) und den Letten Dmitrijs Fedosejenkovs (#117) wartete im Poolfinale mit Guillaume Chaine (#52) ein wohlbekannter Gegner: Den Franzosen konnte Igor im Halbfinale der European Open einige Wochen zuvor schlagen. Doch dieses Mal behielt Chaine, der das Turnier später für sich entscheiden konnte, die Oberhand und schickte den Wahl-Hannoveraner in die Trostrunde. Dort gestaltete der NJV-Sportler seinen nächsten Kampf (es wartete der Tscheche Vaclav Sedmidubsky (#108)) um den Einzug in das kleine Finale erfolgreich und ließ auch in seinem finalen Kampf dem Lokalmatador Vadzim Shoka (#142) keine Chance.
„Wieder ein kleiner Schritt in Richtung Rio“, kommentiert Igor seine Platzierung, die ihm 40 Punkte für die Welt- und Olympiarangliste einbringen, fokussierte sich jedoch zugleich auf den eine Woche später stattfindenden Grand Prix in Budapest – seinen dritten Wettkampf in drei Wochen. „In Ungarn wird definitiv schwerer als an vergangen Wochenenden, aber aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei.“
Und in der Tat kämpfte der Athlet vom Judo-Team Hannover auch am zweiten Juniwochenende beim hochkarätig besetzten Grand Prix in der ungarischen Hauptstadt ganz oben mit – auch wenn er sein im Vorfeld formuliertes Ziel, bei seinen Siegen „möglichst nicht immer über die vollen fünf Minuten gehen zu müssen“ noch nicht ganz umsetzen konnte. Am Ende des Wettkampftages belegte er Platz 5. „Dieser Platz ist immer besonders undankbar“, befand Igor, „ich habe ein starkes Turnier gekämpft. Meine zwei minimalem Fehler, die ich begangen habe, wurden jeweils direkt bestraft“, fuhr er fort.
Ausgestattet mit einem der wenigen Freilose traf er in der zweiten Runde mit Dastan Ykybayev aus Kasachstan (#29) auf einen vor ihm in der Weltrangliste platzierten Gegner. In der letzten Minuten schon mit 2:1 Shidos zurückliegend konnte Igor mit einer Wazaari-Wertung das Blatt noch zu seinen Gunsten drehen und als Sieger die Matte verlassen. Im Kampf um den Einzug in das Poolfinale kam es zur Neuauflage einer Begegnung, die schon beim Grand Prix von Samsun stattgefunden hat: Es wartete der formstarke Türke Hasan Vanlioglu (#36), der unseren NJV-Athleten zuletzt bezwingen konnte. Auch dieses Aufeinandertreffen ging es nahezu über die gesamte Zeit – und wie schon in seinem ersten Kampf des Tages konnte Igor nach anfänglichem Rückstand mit einer späten technischen Wertung und Osae-komi-waza jubelnd von der Matte gehen.
Im folgenden Poolfinale wartete der an Position 1 gesetzte Europameister von 2013, der Slowene Rok Draksic. Igor musste in diesem Kampf schon früh seine Hoffnungen auf den Halbfinaleinzug begraben und sich mit Ippon geschlagen geben. Wie schon in der Woche zuvor stand damit der Gang in die Trostrunde an. Gegen den Jaromir Jezek aus Tschechien (#65) waren wieder einmal 05:00 Minuten harte Arbeit vonnöten, ehe sich unser Starter über den Einzug in das kleine Finale freuen konnte. Auch wenn dieses schlussendlich nicht zugunsten des Niedersachsen ausging, sondern sich der Belgier Dirk van Tichelt (#12) durchsetzte, blieben 60 Punkte für die Welt- und Olympiarangliste. In dieser belegt Igor nun den 32. (Welt) bzw. den 22. (Olympia) Platz - jeweils vor seinem deutschen Kollegen Christopher Völk.
Der NJV wünscht nach der nun folgenden kleinen Wettkampfpause viel Erfolg für die kommenden Einsätze!
Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Foto: [oben]: EJU (Yuriy Skuratovich); [1]: IJF (Gabriela Sabau)