Zwei Starterinnen des MTV Vorsfelde sind von ihren jüngsten internationalen Einsätzen mit Medaillen zurückgekehrt: Sarah Ischt (bis 40 Kilogramm) konnte sich beim European Cup der U18 im tschechischen Teplice die Bronzemedaille sichern. Ebenfalls auf den dritten Platz kämpfte sich Giovanna Scoccimarro (bis 70 Kilogramm) beim kontinentalen Turnier der Junioren in St. Petersburg (Russland) vor.
Quantitativ und qualitativ sehr gut besetzt war der European Cup der U18 in Teplice: Mehr als 700 Kämpferinnen und Kämpfer starteten am 11.04. und 12.04. in der tschechischen Stadt unweit der Grenze zu Deutschland. Der DJB war mit einem 130-köpfigen Aufgebot vertreten. Aufgrund ihrer bisher gezeigten Leistungen wurden Nick Angenstein (MTV Vorsfelde), Thilo Assmann (Judo in Holle), Mirko Buhr (Blau-Weiß Hollage), Hannah Deliu (Judo-Team Hannover), Jana Gussenberg (Judo Crocodiles Osnabrück), Sarah Ischt, Hanna Rollwage (Judo in Holle) und Rudolf Schophaus (Judo-Team Hannover) von den NJV-Landestrainern für dieses Ereignis nominiert.
Eine der 11 deutschen Medaillen konnte Sarah Ischt gewinnen. Die Vorsfelderin ging für sich mit dem Vorsatz, „nur zu kämpfen und Erfahrung zu sammeln“, in der Gewichtsklasse bis 40 Kilogramm an den Start. Ihre etwas unnötige Auftaktniederlage gegen die Bulgarin Tsvetomira Dimitrova mit zwei Yuko hielt Sarah nicht davon ab, in den nächsten Kämpfen ihre Nominierung voll zu rechtfertigen. „Am Anfang habe ich ein bisschen geträumt, aber dann war ich voll da. Gut, dass ich die Chance hatte, mich in der Trostrunde noch einmal zu präsentieren“, blickt die 14-jährige auf ihren Wettkampf zurück. Auf dem Weg zu ihrer ersten Medaille bei einem internationalen Wettkampf gewann sie in der Hoffnungsrunde gegen die Siebte der Weltrangliste und Silbermedaillengewinnerin des diesjährigen spanischen European Cups, Sara Trina aus Italien. Nach 11 Sekunden überraschte sie ihre Gegnerin mit einem Fußfeger und konnte den Kampf somit schon früh für sich entscheiden. Im folgenden – über vier Minuten recht ausgeglichenen – kleinen Finale bewies Sarah Nervenstärke und siegte mit einem Vorteil nach Strafen. Sowohl bei der Kämpferin selbst als auch bei dem Leiter der niedersächsischen Delegation in Teplice, Michael Tollkühn, war die Freude über die Platzierung auf dem Podium riesengroß. Ebenso stolz zeigten sich die Vorsfelder Heimtrainer Lisa und Guido Lachetta über den Erfolg ihrer Kämpferin, die im Anschluss an das Turnier wie die restliche niedersächsische Delegation beim Internationalen Trainingscamp die Chance nutzte, ihre kämpferischen Fertigkeiten weiter auszubauen. Im Gespräch mit dem NJV-Medienteam hob Sarah die große Bedeutung des Trainingscamps für sich insbesondere in Hinblick auf den härteren Griffkampf und die höhere Geschwindigkeit auf der internationalen Ebene hervor.
Als einzige niedersächsische Kämpferin griff Giovanna Scoccimarro in das Wettkampfgeschehen beim European Cup in St. Petersburg ein. An diesem für die Rangliste zählenden Turnier, das vom 18.04. bis 19.04. in der zweitgrößten russischen Stadt stattfand, nahmen annähernd 300 Judoka aus Asien und Europa teil. Giovanna konnte sich – als amtierende nationale Meisterin antretend – für das frühe Ausscheiden bei Internationalen Thüringen-Pokal in Bad Blankenburg revanchieren und sich ihren ersten Podestplatz bei einer offiziellen internationalen Maßnahme im Juniorinnenbereich sichern. 2015 konnte sie bereits beim Internationalen Turnier in Arlon eine Medaille gewinnen. Mit zwei Siegen über die Russin Niurguiana Nikiforova und Kyoka Hataishi aus Japan zog sie in das Halbfinale ein. Dieses musste sie gegen Aleksandra Samardzic aus Bosnien-Herzegovina nach vier Minuten Kampfzeit verloren geben. Im kleinen Finale wurde Ekaterina Tokareva von der Vorsfelderin souverän mit Ippon bezwungen. Insgesamt gewann Giovanna eine von sechs Medaillen für den DJB, der mit 8 Sportlern und 11 Sportlerinnen nach Russland gereist ist. Auch dieser Veranstaltung schließt sich ein Internationales Trainingscamp an.
Zurück nach Teplice: Dort zeigten alle NJV-Athleten und Ahtletinnen das Potenzial, das in ihnen steckt, konnten sich schlussendlich aber nicht in die Platzierungsränge vorkämpfen. So musste Mirko Buhr, dem bei den Deutschen Meisterschaften mit Rang 2 schon ein ganz großer Wurf gelungen war, in der mit 38 Startern besetzen Gewichtsklasse bis 50 Kilogramm gegen den Ukrainer Ruslan Nauholnyi eine Auftaktniederlage hinnehmen. Rudolf Schophaus (bis 55 Kilogramm) und Nick Angenstein (bis 60 Kilogramm) schieden in Starterfelder von 55 bzw. 56 Kämpfern aus. Thilo Assmann musste sich in der Kategorie bis 66 Kilogramm nach einem sehenswerten vorzeitigen Sieg gegen den Bronzemedaillengewinner des spanischen European Cups, Valtteri Olin aus Finnland, einem seiner 91 (!) Mitkonkurrenten geschlagen geben. Leider war es nicht allen Athleten nicht vergönnt, noch einmal in der Trostrunde antreten zu dürfen.
Auch die niedersächsischen Kämpferinnen konnten keine Platzierungen aus Tschechien mit nach Hause entführen. Für Hannah Deliu, in ihrer Gewichtsklasse bis an Nummer 1 gesetzt, lief es an diesem Wochenende mit einem Sieg und zwei Niederlagen nicht nach Plan. Die Bronzemedaillengewinnerin des Internationalen Turniers in Bad Blankenburg, Jana Gussenberg, scheiterte im Limit bis 44 Kilogramm nach ihrem vorzeitigen Auftaktsieg gegen Paulina Szlachta nur denkbar knapp gegen die Dritte des diesjährigen kroatischen European Cups, Sofia Pettito aus Italien, mit Yuko in Führung liegend mit Waza-ari. Hanna Rollwage (über 70 Kilogramm) konnte an ihrem hervorragenden Einstand auf der internationalen Wettkampfszene – beim kontinentalen Turnier in Antalya schaffte sie es in ihrem ersten U18-Jahr auf Anhieb auf Platz 5 – nicht anknüpfen und verlor in der ersten Runde gegen Kubranur Esir aus der Türkei.
Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Fotos: [oben]: privat; [1]: Russian Judo Federation; [2] EJU (Emanuele Di Feliciantonio)