Sieben NJV-Judoka starteten über die Ostertage beim als European Cup der Junioren ausgeschriebenen Iliadis-Cup in Athen. Die von 230 Athleten und 109 Athletinnen aus 33 Ländern besuchte Veranstaltung war für die niedersächsische Delegation ein weiterer Orientierungspunkt im laufenden Wettkampfjahr sowie für den einen oder anderen die Möglichkeit, sich für die diesjährigen Europameisterschaften zu empfehlen. Wie schon der türkische European Cup der U18 war diese Veranstaltung wegen des Starts von vielen osteuropäischen Staaten bzw. von solchen aus dem angrenzenden Asien für mitteleuropäische Delegationen besonders interessant.
Frederike Czichowski (Crocodiles Osnabrück) konnte sich an diesem Wochenende aus gesamtdeutscher Sicht mit am besten in Szene setzen. In der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm konnte sie sich, nachdem sie ihren Start bei den Deutschen Meisterschaften verletzungsbedingt absagen musste und auch beim Internationalen Thüringen-Pokal schon früh ausschied, bis auf Platz 5 vorkämpfen. Die sich in ihrem ersten U21-Jahr befindende Osnabrückerin setzte mit zwei schnellen Ippon-Siegen gegen die Griechin Konstantina Theodorou und gegen Jovana Pekovic aus Montenegro deutliche Ausrufezeichen und zog unangefochten in das Habfinale ein. Dort unterlag sie der belgischen Nationalkaderathletin und späteren Siegerin des Turnieres, Gabriella Willems, hauchdünn mit einer kleinen Wertung. Im Kampf um Platz 3 hatte sie mit Sophie Berger eine weitere belgische Kämpferin aus der Nationalmannschaft vor sich. Auch gegen diese Starterin konnten sich Frederike, die etwas angeschlagen in den Wettkampf gegangen war, an diesem Wochenende nicht durchsetzen. In der Endabrechnung bedeutet dies mit Platz 5 die ersten 20 Punkte in der Weltrangliste.
Im Limit bis 63 Kilogramm konnte sich Anna Lachetta (MTV Vorsfelde) einen guten siebten Platz erkämpfen. Ihr Turniertag begann mit einem vorzeitigen Sieg gegen Maria Tsolani aus Griechenland ebenfalls positiv. Nach ihrem Auftaktsieg unterlag sie im Poolfinale der Titelverteidigerin Elisavet Teltsidou. Die Sportlerin aus Griechenland, die letztes Jahr auch mit einem weiteren Gewinn eines European Cup und der Bronzemedaille bei den Europameisterschaften auf sich aufmerksam machen konnte, schlug Anna mit Ippon. Davon unbeeindruckt setze sich die Vorsfelderin in der Trostrunde gegen Dinara Hallyyeva aus Turkmenistan in einem einseitigen Kampf mit drei Yuko in Führung liegend mit Ippon durch. Auch im folgenden – am Ende äußert knapp verloren gegangenen – hochspannenden Kampf um den Einzug in das kleine Finale zeigte sie eine starke Leistung: Die Griechin Mina Agneta Ricken besiegte die Deutsche erst im Golden Score. Nach der regulären Kampfzeit hatten beide Athletinnen jeweils einen Yuko auf der Kampftafel.
Nach seinen Podestplätzen bei den Deutschen Meisterschaften und den Bremen Masters belegte Henrik Schreiber (Crocodiles Osnabrück) in Athen in der mit 45 Teilnehmern am besten besetzten Kategorie bis 81 Kilogramm den siebten Platz. Der Sportler konnte sich mit Siegen gegen den Montenegriner Stefan Vidakovic (mit Ippon), den Esten Tanner Saar (mit drei Yuko) und den 20. der Weltrangliste, den Schweden Victor Busch (mit Ippon) souverän in das Poolfinale vorkämpfen. Den Einzug in das Halbfinale verpasste Henrik durch die Niederlage gegen Israil Sagipov, der Athen mit der Silbermedaille in Richtung seines Heimatlandes Russland verlassen wird. In der Trostrunde setzte sich Henrik in seinem insgesamt fünften Turnierkampf gegen den Georgier Georgi Kurdiani, mit zwei Yuko und einem Waza-ari führend, vorzeitig durch und stand damit im Kampf um den Einzug in das kleine Finale. Dort verlor er gegen den starken Nicon Zaborosciuc. Der moldawische Kämpfer konnte sich seine sechs Siege immer im ersten Drittel der Kampfzeit vorzeitig sichern und „erwischte“ auch Henrik schon nach 11 Sekunden.
Pauline Starke (Judo-Team Hannover) konnte sich in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm ebenfalls den siebten Platz sichern. Die diesjährige nationale Vizemeisterin, die im letzten Jahr die Bronzemedaille von den Europameisterschaften der U18 mit nach Hause nehmen konnte, besiegte in der ersten Runde die Griechin Karina Iordanidou schon nach 20 Sekunden, musste sich in der nächsten Runde aber der späteren Siegerin Mina Libeer aus Belgien nach voller Kampfzeit mit mittlerer Wertung geschlagen geben. In der Trostrunde traf sie zunächst auf die Dritte der letztjährigen Panamerikanischen Meisterschaften, Paula Delfino aus Argentinien. Diese Gegnerin konnte sie schon kurz nach dem Beginn des Kampfes bezwingen. In der nächsten Runde stand sie Salome Abashidze gegenüber. Der Georgierin gelang es zuvor, Saskia Wüst aus Nordrhein-Westfalen aus dem Turnier zu werfen. Pauline schaffte es nicht, einen Waza-ari-Rückstand aufzuholen und beendete das Turnier somit mit Platz 7.
Die weiteren niedersächsischen Starter Giulian Greco (MTV Vorsfelde, bis 60 Kilogramm), Jan Weber (Judo-Team-Hannover, bis 90 Kilogramm) sowie Lukas Rollwage (Judo in Holle, über 100 Kilogramm) schafften es – zum Teil nach gewonnenen Auftaktkämpfen – dieses Wochenende nicht, sich in ihren Starterfeldern durchzusetzen.
Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Fotos: [oben] (Junioren-EM 2014 in Athen): EJU / Emanuele Di Feliciantonio