Nach der DEM ist vor der DEM: Nachdem am vergangenen Wochenende der nationale Wettkampfhöhepunkt der U18 stattfand, geht es nun für Athleten, Trainer und Begleiter nach Frankfurt/Oder, wo am kommenden Wochenende die U21 ihre Deutschen Meister ermittelt. Im weiblichen Bereich stellt der NJV 14 Starterinnen. Das Potenzial, an das Ergebnis vom Vorjahr (1x Gold, 1x Silber, 2x Bronze) anzuknüpfen oder sogar zu übertreffen, besteht allemal. Wir drücken für eine gute Tagesform und das notwendige Quäntchen Glück aller Athletinnen die Daumen!
Unter anderem die Tatsache, dass mit dem MTV Vorsfelde, dem VfL Stade und dem TuS Hermannsburg gleich drei niedersächsische Vereine in der 2. Bundesliga vertreten sind, bringt es mit sich, dass mehr als die Hälfte der Starterinnen mit entsprechend zusätzlicher Kampferfahrung an den Start geht.
Nele Meyer (Braunschweiger JC) konnte sich im Limit bis 48 Kilogramm mit einem dritten Platz bei den Norddeutschen Meisterschaften für die DEM qualifizieren. Für sie ist es ihre erste Teilnahme an den nationalen Titelkämpfen. „Locker bleiben, gut kämpfen, ein bis zwei Begegnungen gewinnen und viel Spaß haben“, lauten ihre Ziele für das Wochenende.
Auf jeden Fall mit einer Platzierung aus Frankfurt an der Oder zurückkehren möchte Hanna Olsson (KS Lüneburg) in der Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm. Auf dem Weg zum Titel auf Landes- und Gruppenebene schlug sie jeweils – in dem Duell zweier Bundeligakämpferinnen – Natascha Jastrzemski vom Judo-Club Godshorn. Besonders in dem spannenden, insgesamt sehr ausgeglichenen Kampf auf der NDEM ging es äußerst knapp zu. Olsson setzte sich hier mit einem Shido-Vorteil durch. Beide befinden sich in ihrem ersten „offiziellen“ U21-Jahr.
In der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm werden alle vier Startplätze der Gruppe Nord von NJV-Athletinnen eingenommen. Die bei den Norddeutschen Meisterschaften gesetzte Starterin vom Judo-Team Hannover, Pauline Starke, Bronzemedaillengewinnerin der letztjährigen U18-Europameisterschaften und Bundeskaderathletin, errang dort die Goldmedaille. Sie verwies Annika Wittekindt den zweiten Rang. Die Kämpferin vom SV Victoria Lauenau wäre als amtierende U18-Vize-Deutsche Meisterin nun in ihrem ersten Jahr in der U21 gestartet, musste ihre Teilnahme bei der DEM aber krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Das NDEM-Treppchen komplettierten Janne Ahrenhold (Judo-Team Hannover) und Klara Skiera (VfL Stade) als Dritte. Die Hannoveranerin Ahrenhold macht im Gespräch mit dem NJV-Medienteam auf die hohe Leistungsdichte – sowohl in Niedersachsen als auch auf der Ebene des DJB – aufmerksam: „Besonders bis 57 Kilogramm wird es für jeden gegen jeden sehr schwierig, sodass man sich fast schon über einzelne gewonnene Kämpfe freuen kann. Mein Ziel ist es, an mein Ergebnis vom Vorjahr heranzukommen.“ 2014 kämpfte sie sich bis auf Platz 7 vor. Klara Skiera verpasste bei den Gruppenmeisterschaften der U18 die Qualifikation zur nächsthöheren Ebene als Fünfte nur sehr knapp. Als Doppelstarterin – in der U21 trat sie an, um weitere Wettkampferfahrung zu sammeln – gelang ihr laut ihrem Trainer Egon Krien mit dem Gewinn der Bronzemedaille eine „faustdicke Überraschung“. Entsprechend groß ist die Freude, bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft in Frankfurt/Oder dabei zu sein. „Ich schaue von Kampf zu Kampf und versuche mein Bestes zu geben“, fasst Klara Skiera ihre Vorsätze für das Wochenende zusammen.
Auch in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm kommen drei der vier Starterinnen aus dem NJV. Mit Anna Lachetta und Melanie Wimmer ist der MTV Vorsfelde in diesem Limit gleich doppelt vertreten. Lachetta triumphierte nach ihrem Sieg bei der Landesmeisterschaft auch bei den Gruppenmeisterschaften. Hinsichtlich ihrer Ziele für das kommende Wochenende hält sie sich bedeckt. „Mal sehen, was am Ende herauskommt“, war die kurze Antwort der 18-Jährigen, die sich nun schon das fünfte Mal für eine Deutsche Meisterschaft qualifiziert hat. Ein Blick auf ihre gute Bundesliga-Kampfstatistik zeigt auf jeden Fall, dass es weit nach oben gehen könnte. Melanie Wimmer qualifizierte sich als Vize-Landesmeisterin und NDEM-Dritte für die nationalen Titelkämpfe. Für sie ist es am Wochenende wichtig, konzentriert in den Wettkampf zu starten und eine Leistung zu erbringen, die ihren eigenen hohen Ansprüchen genügt. Ebenfalls mit einem dritten Platz auf der Gruppenebene konnte Esther Ulbricht die Startberechtigung für die DEM erlangen. Nach der Halbfinalniederlage gegen die spätere Siegerin Anna Lachetta siegte sie im kleinen Finale über ihre Teamkollegin Carlotta Osterheider. Bei ihrer zweiten Deutschen Meisterschaft möchte sie in erster Linie gute Kämpfe zeigen. „Toll wäre eine Platzierung oder sogar eine Medaille“, fügt die Athletin an.
Ein NJV-Dreiergespann peilt in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm die Medaillenränge an. Giovanna Scoccimarro (MTV Vorsfelde), Frederike Czichowski (Crocodiles Osnabbrück) und Merle Wittekindt (SV Victoria Lauenau) werden am Samstag in das Wettkampfgeschehen eingreifen. Für Giovanna Scoccimarro ist es nach ihren fulminanten Jahren in der U18 – unter anderem gewann sie neben zahlreichen Deutschen Meisterschaften auch European Cups sowie die letztjährige Europameisterschaft in Athen –das erste Jahr, in dem sie nur in der U21 startberechtigt ist. Als nahezu unangefochtene Siegerin der Norddeutschen Meisterschaften gehört sie auch auf der nationalen Ebene zum Favoritenkreis. Gleichfalls sehr gute Chancen, ganz weit nach vorne zu kommen, hat auch die Osnabrückerin Frederike Czichowski. Sie musste sich bei den Gruppenmeisterschaften lediglich Giovanna Scoccimarro im Finale geschlagen geben. Auf ihrem Weg dorthin besiegte sie die dritte NJV-Starterin Merle Wittekindt. Die Lauenauerin sicherte sich mit einem Sieg gegen die Schleswig-Holsteinerin Larissa Timm im kleinen Finale ihre insgesamt sechste Teilnahme an Deutschen Meisterschaften. Auf die hohe Leistungsdichte in dieser Gewichtsklasse verweisend nimmt sie sich eine Platzierung zum Ziel. „Ich freue mich über jeden gewonnen Kampf und denke, dass bei einer bärenstarker Tagesform jede Kämpferin schlagbar ist“, erklärt sie.
Aus niedersächsischer Sicht ebenfalls für die DEM qualifiziert sind Louisa Gehl (SV Moslesfehn, bis 78 Kilogramm) und Lina-Jo Gerth (KS Lüneburg, über 78 Kilogramm).
Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Fotos: [oben: G. Sccocimarro]: EJU (Emanuele Di Feliciantonio); [1: Janne Ahrenhold]: Elna Ahrenhold; [2: Frederike Czichowski]: Menno Lesthuis; [3: Natascha Jastrzemski]: Judo-Club Godshorn; [4: Lisa Lachetta & Melanie Wimmer]: Daniela Burucker; [5: Nele Meyer]: Andreas Lippelt; [6: Hanna Olsson]: Judo-Club Godshorn; [7: Lina-Jo Gerth (r.)]: KS Lüneburg; [8: Klara Skiera]: VfL Stade; [9: Pauline Starke (2. v. r.)]: EJU (Carlos Ferreira); [10: Esther Ulbricht]: privat; [11: Merle & Annika Wittekindt]: Katrin Wittekindt
Vorschau: NJV greift mit hochklassigem Starterfeld bei DEM U21w in Frankfurt/Oder an