Darunter Sarah Ischt (-48 kg, VfL Wolfsburg), Pauline Starke (-57 kg, Judo-Team Hannover), BSP-Athletin Friederike Stolze (-63 kg, SV Halle), Giovanna Scoccimarro (-70 kg, MTV Vorsfelde), Anna Monta Olek (-78 kg, Judo-Team Hannover) und Igor Wandtke (-73 kg, Judo-Team Hannover).
Anna Monta Olek marschiert ins Finale und gewinnt Silber
Nach der Silbermedaille bei den diesjährigen Europameisterschaften stand für die 22-jährige fest, dass sie auch bei den Weltmeisterschaften auf das Podest will. Hoch konzentriert startete sie nach einem Freilos gut in den Wettkampf. Ihren Auftaktkampf dominierte sie gegen die Niederländerin Guusje Steenhuis und ging schon nach knapp 50 Sekunden mit Wazari in Führung. Bis zum Schluss kämpfte sie taktisch klug und ließ die Niederländerin nicht rankommen. Damit war Runde eins geschafft. Im nächsten Kampf konnte sie sich erneut deutlich mit einem Vorsprung von der Cubanerin Lianet Cardona absetzen und die Führung über die Kampfzeit bringen. Im Poolfinale traf sie auf die Japanerin Kurena Ikeda, die bereits zuvor gegen Teamkollegin Alina Böhm gewonnen hatte. Auch Anna Monta Olek und die Japanerin kannten sich bereits vom Grand Slam in Astana im vergangenen Jahr. Damals gewann die deutsche Athletin. Diesmal machten die beiden Athletinnen es spannend und lieferten sich ein ausgeglichenes Duell. Der Punktestand bis eine Minute vor Schluss: zwei Shidos für Anna Monta Olek und ein Shido für die Japanerin. Anna Monta Olek durfte sich nichts mehr erlauben und ging auf Angriff. 20 Sekunden vor Schluss gelang es ihr mit einem Soto-makikomi in Führung zu gehen. Mit dieser starken Leistung besiegte sie erneut die Japanerin und zog ins Halbfinale ein.
Ihre Gegnerin: Patricia Sampaio aus Portugal. Olympia-Dritte aus Paris und amtierende Europameisterin. Damit war dieser Kampf die Neuauflage des EM-Finales, welches damals an die Portugiesin ging. Nach einem hart umkämpften Halbfinale gelang es Anna Monta Olek den Spieß umzudrehen und das Duell an diesem Tage für sich zu entscheiden. Damit stand sie verdient im Finale gegen die die Olympiasiegerin aus Paris und Vize-Weltmeisterin 2024, Alice Bellandi (Italien).
Wer an diesem Tage noch nicht genug Spannung hatte, der kam spätestens in diesem Finale auf seine Kosten. Die beiden Athletinnen lieferten sich ein packendes Duell und machten deutlich, dass dieses Finale definitiv die Créme de la Créme ist. Nach vier Minuten Kampfzeit stand es zwei Shido zu zwei Shido. Keine von beiden durfte noch eine weitere Bestrafung bekommen, denn sonst würde der Traum von Gold platzen. Auch in der Verlängerung schenkten sie sich nichts und kämpften insgesamt rund 10 Minuten. Dann gelang es der Italienerin einen Angriff unserer Athletin zu kontern und sich mit Yuko durchzusetzen. Anna Monta Olek verlor damit zwar die Goldmedaille, krönte sich aber nach einer klasse Performance mit Silber!
Starker Beginn, doch das Quäntchen Glück hat gefehlt
Für die anderen Judoka des NJV begann die Weltmeisterschaft zunächst auch vielversprechend, konnten sich aber nicht für die Endrunden behaupten.
Nach einem Freilos in Runde eins, traf Sarah Ischt(-48 kg, VfL Wolfsburg) am ersten Wettkampftag der WM auf die Mexikanerin Edna Carillo. Nach einem Kopf an Kopf Rennen konnte sich Sarah in der Verlängerung mit einer Fußtechnik durchsetzen. Anschließend wartete die Bronzemedaillengewinnerin der Olympischen Spiele 2024 in Paris, Tara Babulfath (Schweden), auf sie. Hier endete leider der Weg für die junge NJV-Athletin, die zum ersten Mal bei Weltmeisterschaften für das deutsche Team an den Start ging.
Am dritten Wettkampftag gingen unsere Olympia Teilnehmer*innen Pauline Starke (-57 kg, Judo-Team Hannover) und Igor Wantdke (-73 kg, Judo-Team Hannover) auf die Wettkampffläche. Beide hatten sich für ihren großen Saison-Höhepunkte viel vorgenommen.
Pauline Starke startete vielversprechend in ihren Wettkampf. Die Hannoveranerin gewann nach einem Freilos souverän die erste Runde gegen die Österreicherin Anastasija Sokirjanska, schied dann aber überraschend gegen Momo Tamaoki (Japan) aus, da sie für einen Standhebel disqualifiziert wurde. Somit endete Paulines Traum von einer Medaille vorzeitig. Auch für Team-Kollege Igor Wandtke platzte der Traum einer Medaille in Runde eins. Das Duell gegen den Basilianer Daniel Cargnin, der bei den Olympischen Spielen in Tokio Bronze erkämpfte, konnte Igor Wandtke an diesem Tage nicht für sich entscheiden. Im Mixed-Team wird er nochmals an den Start gehen und kann somit weiter auf eine WM-Medaille hoffen.
Für BSP-Athletin Friederike Stolze (-63 kg) ging es am vierten Wettkampftag los. Die Debütantin zeigte von Beginn an, dass sie auf dieser Weltmeisterschaft goldrichtig ist. Ihren Auftaktkampf gegen die Italienerin Savita Russo konnte sie deutlich für sich entscheiden und ließ auch in der nächsten Runde nicht locker und gewann gegen die Polin Angelika Szmanska. Im nächsten Kampf musste sie mentale Stärke zeigen, denn hier traf sie auf die erfahrene Ungarin Szabina Gercsak. Mit lautstarkem Publikum im Rücken lieferten sich die beiden ein spannendes und ausgeglichenes Duell. Knapp eine Minute vor Schluss ging die Lokalmatadorin mit einem Yuko in Führung. Friederike Stolze konnte trotz Vollgas den Vorsprung nicht mehr aufholen. Damit endete nach einem starken Auftritt auch ihre Weltmeisterschaft.
Am fünften Wettkampftag startete unsere NJV-Athletin Giovanna Scoccimarro (-70 kg, MTV Vorsfelde) ins Rennen. Da die Mannschaft aus Israel nicht anreisen konnte, gewann sie die erste Runde kampflos und traf sofort auf die amtierende Weltmeisterin Margaux Pinot aus Frankreich. Eine harte Herausforderung, die Giovanna Scoccimarro gerne annahm. Doch der Französin gelang es sich nach rund eineinhalb Minuten Kampfzeit mit einem Seoi-Nage durchzusetzen und ging mit Warzari in Führung. Für Giovanna Scoccimarro war noch genug Zeit auf der Uhr, um den Vorsprung aufzuholen. Konzentriert und aggressiv versuchte sie immer wieder die Oberhand zu gewinnen – ohne Erfolg. Nach vier Minuten Kampfzeit musste sie sich geschlagen geben und schied aus.
Mixed-Team: Diesmal soll es eine Medaille werden
Nachdem das deutsche Team im letzten Jahr knapp an der Bronze-Medaille vorbeigeschrammt ist, wollen sie in diesem Jahr alles geben, um mit einer Medialle im Gepäck nach Hause zu fahren. Im Mixed-Team werden Igor Wandtke (-73 kg), Giovanna Scoccimarro (-70 kg) und Anna Monta Olek (+70kg) nochmals auf die Matte gehen. In Runde eins wartet das Team aus Aserbaidschan. Wir wünschen viel Erfolg!