Die Judo-Bundesliga wirft ihre Schatten voraus. Auch im olympischen Jahr können sich die Zuschauer auf packende Duelle und einen Meister freuen, der nicht TSV Abensberg heißen wird. Die Bayern, die von 2002 bis 2014 ununterbrochen triumphieren konnten, haben nach ihrer Abmeldung das Ziel, in der Saison 2017 in das Oberhaus zurückzukehren.
Einziger niedersächsischer Vertreter ist wie im Vorjahr Judo in Holle. Der erstmalige Start der Holler in der höchsten nationalen Liga hat die Leistungsdichte in der Nord-Staffel gezeigt. Auch wenn sich 2015 mühsam durch die Relegation gekämpft werden musste, um die Klasse zu halten, lag das Team oft in Schlagdistanz zu seinen Konkurrenten. Nachdem Rückzug des JC 90 Frankfurt/Oder sehen sich die Holler aller Voraussicht nach 2016 nur vier Gegnern gegenüber.
Umso wichtiger sind – auch nachdem Galionsfigur Christophe Lambert sein Karriereende verkündet hat – also Verstärkungen, die die Niedersachen zu einem großen Teil bereits unter Dach und Fach gebracht haben. Vom Hannoveraner Bundesstützpunkt konnten Artem Fetter (Judo-Team Hannover), Christoph Siegel und Maik Dittrich gewonnen worden. Sie stehen ebenso wie der Start des Holler Eigengewächses Luka Fettköther in der Bundesliga für einen Generationenwandel. Besonders stolz sind die Teamverantwortlichen auch darauf, U18-Weltermeister Falk Petersilika für ein weiteres Jahr in ihren Reihen halten zu können. Auch in der „Probemgewichtsklasse“ bis 60 Kilogramm, in der es immer wieder zu vielen Ausfällen kam, konnten sich das Team mit Danny-Paul Kiel und Philipp Brand (beide Frankfurt/Oder) verstärken.
NJV-Olympiaaspirant Igor Wandtke zieht es zusammen mit seinen Nationalmannschaftskollegen Aaron Hildebrandt und Alexander Wieczerzak vom Deutschen Meister TSV Großhardern zum Hamburger Judo-Team. Damit einhergehend dürften die Hamburger, Dritter der vergangenen Saison, noch viel stärker als bisher in den ganz engen Favoritenkreis auf den Gewinn der Meisterschaft gehören. Gleich von mehreren Bundesligaclubs stark umworben wurde der Thüringer OSP Niedersachsen-Athlet Domenik Schönfeldt. Ebenso wie der OSP-Neuzugang Benjamin Bouizgarne (aus Mönchengladbach) und Nick Bobrowski startet er fortan für den UJKC Potsdam. Tim Gramkow ist schon seit der letzten Saison im Potsamer Aufgebot.