Der 17-jährige Nicolas Kunze ging heute bei seinem bisher größten Wettkampf im kasachischen Almaty auf die Matte. Nachdem er im Sommer beim EYOF mit dem Team die Bronzemedaille gewann, wurde er kurz darauf von Bundestrainer Bruno Tsafack für die Weltmeisterschaften der U18 nominiert. Und heute war es soweit. In der Gewichtsklasse -60 kg traf er nach einem Freilos in der zweiten Runde auf den Kanadier Braden Dixon. Der Schüler der KGS Hemmingen, der seit dem Sommer das Lotto-Sport-Internat in Hannover besucht, um das Training optimal in seinen Alltag einbauen zu können, zeigte einen souveränen Auftritt. Einen unsauber ausgeführten Abtaucher-Angriff des Nordamerikaners nutzte er aus und erzielte selber den Waza-ari durch eine Te-waza Technik. Die Führung konnte er die folgenden drei Minuten verwalten und zog in die nächste Runde ein. Leider war es hier der georgische Gegner, der früh mit Waza-ari in Führung ging. Trotz beherzter Angriffe schaffte es der Niedersachse in diesem Kampf nicht, seine Linie zu finden und musste sich Daviti Bakhbahashvili nach drei Minuten und einem weiteren tiefen Seoi-nage geschlagen geben. Die Niederlage kam einen Kampf zu früh. Da er nicht das Poolfinale erreichte, schied Nicolas Kunze somit frühzeitig aus.
Am Sonntag haben er und seinen deutschen Teamkameraden, die bis jetzt noch ohne Medaille dastehen, immer noch die Chance auf eine WM-Medaille. Im Mixed-Team-Wettbewerb wollen sie den Mannschaftserfolg aus Baku wiederholen und vorne mit dabei sein.
Vorher müssen wir aber erst noch Anna Monta Olek, der zweiten Niedersächsin in Almaty, die Daumen drücken. Sie geht am Samstag im Einzelwettbewerb in der Gewichtsklasse -70 kg an den Start. Auch sie trifft im ersten Kampf auf eine Kanadierin - und dass Niedersachsen gegen Kanadier gewinnen können, hat Nicolas Kunze ja schon einmal vorgemacht!