Die Finals – Überraschungssilber für das NJV-Team

Das NJV-Team kurz vom Finale. Foto: Micha Neugebauer

Coach Miguel Ogando Lopes bei der Teambesprechung. Foto: Micha Neugebauer

Silber im Gepäck. Foto: Micha Neugebauer

Zum ersten Mal präsentierte sich der Judosport in diesem Jahr bei den Finals. 159 deutsche Meistertitel wurden von Donnerstag bis Sonntag in 18 Sportarten in den Städten Düsseldorf und Duisburg vergeben, darunter die Medaillen im Mixed-Team-Wettbewerb der Landesverbände.

Das NJV-Team musste in den Vorbereitungen auf das medial aufbereitete Event jedoch ein paar Rückschläge in Kauf nehmen. Die Topstars Igor Wandtke und Giovanna Scoccimarro fehlten verletzungsbedingt, auch Dimitri Peters, der im Schwergewicht über 90 Kilogramm zurück auf die Matte kehren wollte, musste kurzfristig passen.

Umso bemerkenswerter war das kämpferische Auftreten der NJV-Judoka, in dessen Kader schließlich folgende Kämpfer*innen an den Start gingen: Laila Göbel und Pauline Starke (-57 kg), Tom Moritz (-73 kg), Vivian Herrmann (-70 kg), Tim Gramkow und Hanns David Claren (-90 kg), Anna Monta Olek und Amani Küster (+70 kg), Sebastian Wendt (+90 kg).

Gegen das gesetzte Team vom Hamburger Judoverband lieferten sich die Niedersachsen ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Durch einen kampflos ergatterten Punkt bis 57 Kilogramm und Siege durch Anna Monta Olek gegen Nationalmannschaftskollegin Renée Lucht, Tim Gramkow und Pauline Starke setze sich unsere Mannschaft mit 4:3 durch.

Es folgte das Halbfinale gegen die favorisierten Lokalmatadoren aus Nordrhein-Westfalen. Zwar gaben die Niedersachsen nach harten Fights Punkte gegen die international bekannten Kämpfer Karl-Richard Frey (+90 kg) und Anthony Zingg (-73 kg) ab, doch dominierten in den anderen Gewichtsklassen. Besonders hervorzuheben dabei die Leistung von 57-Athletin Pauline Starke, die an diesem Tag in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm eingesetzt wurde und gegen Hamburg und NRW gegen fast zehn Kilo schwerere Gegnerinnen technisch und taktisch klug brillierte.

Im Finale gegen Bayern, das in seiner vollen Länge im ZDF-Livestream übertragen und von keiner geringeren als NJV-Star Giovanna Scoccimarro co-kommentiert wurde, lief es hingegen nicht wie geplant. Trotz ansonsten starkem Kampf musste sich beispielsweise Laila Göbel mit einem unbeabsichtigten Hansokumake geschlagen geben. Pauline Starke konnte sich nach beherztem Kampf nicht aus der Kontertechnik von DJB-Athletin Mina Ricken winden. Auch Hanns David Claren und Tom Moritz gaben sich geschlagen, sodass es leider zu schnell 4:0 stand und das Finale vorzeitig für die bayerische Mannschaft entschieden war. Schade, denn so entging dem NJV nicht nur die Goldmedaille, sondern den Zuschauenden auch der heiß ersehnte Kampf im 81-Duell zwischen Tim Gramkow und Timo Cavelius.

Trotzdem zeigten sich das Trainerduo Sven Loll und Miguel Ogando Lopes sowie NJV-Präsident Egbert von Horn zufrieden mit dem Ergebnis und dem harmonischen Auftritt ihrer Schützlinge. „Silber gewonnen, nicht Gold verloren“, war das eindeutige Fazit einer gelungenen Premiere bei den Finals.

Zu sehen gibt es den Finalkampf auch im Re-Live beim ZDF.