In Abwesenheit eines Großteils der deutschen Olympiahoffnungen haben am 23.01. und 24.01. die Deutschen Meisterschaften stattgefunden. Über die verschiedenen Qualifikationswege (z.B. Mitgliedschaft im Bundes-B-Kader, Medaillengewinner des Vorjahres, Medaillengewinner der Deutschen Pokalmeisterschaft, nationale Rangliste, StarterInnen bei internationalen Höhepunkten im Juniorenbereich) hatten sich 27 NJV-Athleten für das nationale Kräftemessen qualifiziert.
Während einige dieser AthletInnen auf ihr Startrecht etwa wegen ihrer Vorbereitung auf internationale Einsätze verzichteten, konnte Vivian Herrmann (Garbsener SC) die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. In der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm verteidigte sie ihren Titel vom Vorjahr mit drei Siegen. Einem Auftakterfolg gegen die spätere Bronzemedaillengewinnerin Sheena Zander aus Mönchengladbach (mit Waza-ari) und einem vorzeitigen Sieg gegen Saskia Wüst aus Bottrop folgte im Finale ein Arbeitssieg gegen die Dritte der Junioren-WM Selina Dietzer.
Gut präsentierten sich auch die NJV-Judoka im Schwergewicht. Clarissa Taube (Crocodiles Osnabrück) meldete sich im Limit über 78 Kilogramm bei ihrem ersten nationalen Highlight nach ihrer Wettkampfpause mit Platz 3 zurück. Souverän zog sie in das Halbfinale ein, in dem sie im Kampf zweier sich neutralisierender Gegnerinnnen Kristin Büssow (JC Frankfurt/Oder) knapp den Vortritt lassen musste. Im kleinen Finale konnte sie sich nach ihrem vorzeitigen Sieg gegen eine Kämpferin aus Bayern über ihr gelungenes Comeback freuen.
Benjamin Bachir Bouizgarne (Judo-Team Hannover, über 100 Kilogramm) konnte mit seinem dritten Platz die erste Medaille für seinen neuen Landesverband sammeln. Nach einem Auftaktsieg gegen den erfahrenen Dirk Lehrmann aus Potsdam musste er sich in der Vorschlussrunde dem Berliner Pierre Borkowski trotz guter Vorstellung deutlich geschlagen geben. Im kleinen Finale behielt er gegen Edward Freidenberg aus Ingolstadt über die komplette Distanz seine taktische Marschroute bei und siegte mit einem kleinen Vorteil. „Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, da ich im Großen und Ganzen abrufen konnte, was in mir steckt. Dies war auch in Hinblick auf die kommenden Aufgaben ein wichtiger Wettkampf“, bewertete der Neu-Hannoveraner sein Abschneiden. Am nächsten Wochenende versucht er bei einem internationalen Turnier in Belgien an diese Leistung anzuknüpfen und vorhandenes Steigerungspotenzial auszuschöpfen.
Der am OSP Niedersachsen trainierende Domenik Schönefeldt, Teilnehmer an der Junioren-EM und -WM des letzten Jahres, konnte sich bei seiner ersten Deutschen Meisterschaft ebenfalls gut in Szene setzen. Ippon-Siege über Maximilian Schrader (Judo in Holle), Martin Garic (JC Bielefeld) und den Potsdamer Philipp Galandi führten den Thüringer in das Finale. Nur gegen den Vorjahres-Vizemeiser Dino Pfeiffer aus Karlsruhe (er musste im Vorjahr nur Top-Athlet Karl-Richard Frey den Vortritt lassen), unterlag er im Haltegriff.
Christoph Siegel (KS Lüneburg, bis 66 Kilogramm) verpasste als Fünfter das Treppechen nur knapp. Siebte Plätze belegten Toni Grohn und Pauline Starke (beide Judo-Team Hannover), OSP-Athlet Leon Cedric Phillip, Maximilian Schrader (Judo in Holle) und Helge Bulk (Osnabrücker TB).
Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Fotos: DJB