Die tadschikische Hauptstadt Dushanbe wird für Anna Monta Olek wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Trotz langer Anreise und einem derzeit straffen Terminkalender – Anfang Mai kämpfte sie bei den Weltmeisterschaften in Doha, letzte Woche beim Grand Prix in Linz, nun geht es direkt weiter nach Japan – lieferte die erst 20-Jährige ab.
Im Halbschwergewicht der Frauen besiegte sie auf ihrem Weg ins Finale zunächst die Usbekin Kholmurodova nach 50 Sekunden mit O-uchi-gari. Im Poolfinale wurde es danach kurz brenzlig. Nach nur 8 Sekunden ging ihre mongolische Gegnerin mit einem überraschenden Ko-soto-gari in Führung. Nicht einmal 30 Sekunden später revanchierte sich die Niedersächsin mit einem Ippon durch eine große Eindrehtechnik und zog ohne große Körner verschossen zu haben ins Halbfinale ein. Der diesjährigen Silbermedaillengewinnerin des Grand Slams in Tashkent hängte Anna Monta Olek dort zunächst zwei Shidos an. Im Boden zwang sie die Italienerin Giorgia Stangherlin schließlich mit einem konsequent herausgearbeiteten Sankaku-gatame zur Aufgabe und löste so das Ticket für den Endkampf.
Gegenüber stand ihr keine geringere als die hochdekorierte deutsche Konkurrentin Anna-Maria Wagner, die gerade noch in Österreich mit der Goldmedaille triumphierte und in Judo-Deutschland für ihrem WM-Titel und Olympiabronze aus dem Jahr 2021 bekannt ist. Von der Erfahrung ihrer Kontrahentin ließ sich Anna Monta Olek nicht beeindrucken. Taktisch clever brachte sie ihre Angriffe stetig als erste durch und setzte sich so mit 3 Shidos und dem einhergehenden Hansokumake für Wagner als Siegerin im deutschen Final-Duell durch.
Ihr erstes Grand-Prix-Gold spiegelt sich auch in der Weltrangliste der Gewichtsklasse -78 kg wider. Gleich sieben Plätze macht sie durch die gewonnenen 700 Punkte gut und kommt mit ihren jungen Jahren auf Platz 13 des Rankings ihren nationalen Konkurrentinnen – neben Anna-Maria Wagner (WRL #5) ist auch Alina Böhm (WRL #9) in der Top-Ten der Welt vertreten – gefährlich nahe.
Ebenfalls vier Kämpfe absolvierte auch der Sarstedter Tim Gramkow in Tadschikistan – leider mit einem unglücklicheren Ende. Nach zwei Auftaktsiegen gegen Gegner aus Kasachstan und Portugal musste er sich im Halbfinale erst dem Lokalmatador Shodmon Rizoev mit einem frühen Waza-ari-Rückstand geschlagen geben. Im Kampf um die Bronzemedaille unterlag er dem Franzosen Ibrahim Keita und beendete das Turnier als fünfter.
In der Weltrangliste reiht er sich damit als zweitbester Deutscher hinter Timo Cavelius (WRL #13) weiterhin in den 20er Plätzen (derzeit WRL #26) der 81-Kilo-Klasse ein und kann genauso wie die NJV-Athlet*innen Anna Montal Olek, Giovanna Scoccimarro (WRL #8 -70 kg), Pauline Starke (WRL #13 -57kg) und Igor Wandtke (WRL #18 -73 kg) auf eine Teilnahme bei dem jährlich bestbesetzten Turnier, den Judo Masters mit den Top 32 jeder Gewichtsklasse, hoffen.