Im Boden eine Eins

Mit Grand-Slam-Silber in Tiflis (Georgien) knüpft Pauline Starke an ihre guten Leistungen der letzten Wochen an und belegt im nationalen Vergleich inzwischen den besten Weltranglistenplatz der Gewichtsklasse -57 kg.

Foto: IJF | Emanuele Di Feliciantonio

Dass Pauline Starke derzeit in der wohl besten Form ihrer Judo-Karriere ist, zeigte sie bereits Anfang Mai bei der Europameisterschaft in Sofia. Denkbar knapp scheiterte sie dort an der Bronzemedaille, schlug auf dem Weg ins kleine Finale aber Judogrößen wie die damalige Weltranglistenvierte Telma Monteiro aus Portugal.

Auch einen Monat später demonstrierte sie ihre aktuelle Stärke auf ein Neues. Beim Grand Slam in Tiflis ließ sie ihren Konkurrentinnen keine Chance und entpuppte sich gerade im Boden als echtes Ass. Mit konsequenten Ne-waza-küren schlug sie erst die Georgierin Tsiklauri und dann die Italienerin Toniolo in völliger Überlegenheit. Nach einem ausgeglichenen Kampf erwischte sie auch im Halbfinale die Siegerin des Grand Slams in Tel Aviv Priscilla Gneto (FRA) kurz vor Schluss mit einem Sankaku und feierte ihren ersten Einzug in ein Grand Slam Finale.

Mit der 19-jährigen Koreanerin Mimi Huh stand ihr eine schlagbare Endgegnerin gegenüber, die bislang nur im Jahr 2019 bei den Junior*innen auf sich aufmerksam machte. Doch die Überraschungsfinalistin erwischte die Niedersächsin nach 48 Sekunden mit einem O-uchi-gari, für den die Kampfrichter nach dem Videobeweis einen Waza-ari gaben. Den Rückstand konnte Pauline Starke in den letzten drei Minuten nicht mehr aufholen.

Mit der Silbermedaille im Gepäck – ihrer zweiten Grand Slam Medaille überhaupt – macht unsere NJV-Athletin nun große Schritte in der Weltrangliste nach vorne. Als mittlerweile 17. des Worldrankings -57 kg tritt sie schon Ende Juni beim nächsten Stopp auf der IJF-World-Tour an, dem Grand Slam in Ulaanbaatar.