Pauline Starke: Auf der Jagd nach der Medaille

Nach dem fünften Platz bei den Hungary Masters in Budapest schrammt die niedersächsische 57-Kilo-Athletin auch beim Grand Prix in Zagreb knapp am Podest vorbei // Vivian Herrmann (-63 kg) und Tim Gramkow (-81 kg) scheiden vorzeitig aus.

Foto: IJF

Nach dem fünften Platz bei dem Weltklasseturnier in Budapest setzte Pauline Starke vor zwei Wochen ein großes Ausrufezeichen, selbst, wenn es für die Medaille nicht ganz reichte. Mit dem Erfolg im Hinterkopf und dem Wissen ihrer guten Form startete sie deshalb beim Grand Prix in Kroatien als eine der Favoritinnen ins Turnier und war als zwölfte der Weltrangliste sogar an die erste Position des 57-Kilo-Feldes gesetzt. Diesmal sollte es klappen mit der Medaille auf der IJF-World-Tour.

Die Chancen standen gut für die 26-Jährige. Gegen Gegnerinnen aus Kamerun und Italien machte sie zu Beginn des Tages kaum Fehler, dominierte mit ihrem Griff im Stand und setzte ihre Konkurrentinnen jeweils mit Osae-komi im Boden außer Gefecht. Gegen Atlantsetseg Batsukh aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde es das erste Mal kniffliger.  Die ehemalige mongolische Staatsbürgerin handelte sich zwar zwei Shidos ein, zu einer Wertung brachte Pauline Starke sie trotz Ansätzen in Stand und Boden in der regulären Kampfzeit jedoch nicht. Nach 18 Sekunden in der Verlängerung erwischte die Niedersächsin ihre Gegnerin nach einem misslungenen Angriff schließlich und zog durch ein geschicktes Umdrücken und eine Waza-ari-Wertung ins Halbfinale ein. Eigentlich deutete alles auf Finalkurs hin. Gegen die Serbin Marica Persic dominierte sie den Kampf und führte wie zuvor mit zwei Shidos. In der dritten Minute wurde sie jedoch etwas fahrig, setzte einen Uchi-mata mit Umhüpfen zum  O-uchi-gari an, verlor jedoch die Spannung und wurde gegengedreht. Zwar landete sie auf dem Gesäß, stützte sich aber mit beiden Händen ab – in der heutigen Regelauslegung folgten deshalb ein Waza-ari und ein Shido wegen selbstgefährdendem Abstützen gegen die Niedersächsin. Den Rückstand holte sie in der verbleibenden Minute nicht mehr auf. Wieder wartete der Bronzekampf auf Pauline Starke, gleichzeitig die Wiederholung des kleinen Finales der Masters in Budapest. Gegnerin war erneut  Judostar Daria Bilodid. Während das letzte Aufeinandertreffen der beiden an Spannung kaum zu überbieten war – das Duell endete erst im Golden Score mit zwei zu eins Waza-ari – machte die Ukrainerin diesmal kürzeren Prozess. Zweimal erwischte sie Pauline Starke mit ihren langen Beinen auf O-Uchi-gari und verbannte die derzeit konstanteste NJV-Kämpferin erneut auf den fünften Platz.

Trotz des abermals unglücklichen Endes befindet sich Pauline Starke derzeit auf bestem Wege zu den Olympischen Spielen 2024. Als beste Deutsche ihrer Gewichtsklasse, Weltranglistenzwölfte und zehnte des bereinigten Olympiarankings deutet derzeit alles Richtung Paris.

Für Vivian Herrmann und Tim Gramkow platzten die Chancen für das Sammeln wichtiger Weltranglistenpunkte hingegen schon früh. Herrmann musste sich -63 kg im Auftaktkampf gegen die hannoversche Trainingspartnerin Hannah Martin aus den USA geschlagen geben. Tim Gramkow startete zwar mit einem Auftaktsieg ins Turnier und lag im zweiten Kampf gegen den späteren Bronzemedaillengewinner in Führung, musste sich aber letztlich noch mit zwei Waza-aris geschlagen geben und schied vorzeitig aus.