Als einziger deutscher Athletin gelang Anna-Monta Olek vor heimischer Kulisse der große Triumph. Die NJV-Athletin gewann den stark besetzten European Cup der Cadets in Berlin und bestätigte ihre aktuelle Top-Form vor den Augen der Bundestrainerin Sandra Klinger.
Aufgrund ihrer ohnehin schon sehr erfolgreich verlaufenden Saison 2019 startete die Hannoveranerin an Position eins gesetzt ins Turnier. Nach einem Freilos begann dann der große Siegeszug. Gegen Carolina Paiva (POR) und Iris Westerhofe (NED) siegte sie vorzeitig und souverän mit Ippon und stand somit im Halbfinale. Dort wartete die direkte nationale Konkurrentin Elisabeth Pflugbeil, die beim EC in Teplice noch vor der NJV-Athletin auf dem Treppchen stand, auf sie. Doch Anna-Monta Olek ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und ging nach einem taktisch geführten Kampf, der über Strafen entschieden wurde, ein drittes Mal als Siegerin von der Matte. Im Finale stand sie der an Position zwei gesetzten Niederländerin Yael van Heemst gegenüber. Diese machte es ihr nicht so leicht. In einem Kopf-an-Kopf-Duell, dass erst im Golden Score entschieden wurde, sorgte die Niedersächsin schließlich nach 6:21 Minuten für den alles entscheidenden Ippon.
Mit diesem grandiosen Turnierverlauf und den Platzierungen der vergangenen Turniere im Petto sollte die Nominierung zu einem der U18-Höhepunkte, der Europameisterschaft oder dem European Youth Olympic Festival (EYOF), nur noch reine Formsache sein.
Interessant ist derweil ein kurzer Blick in die Vergangenheit: Am 04.05.2014 stand das letzte Mal eine NJV-Athletin beim European Cup der U18 in Berlin ganz oben auf dem Treppchen. Keine geringere als Giovanna Scoccimarro kämpfte sich vor knapp fünf Jahren durch die Vor- und Finalrunde und ließ sich am Ende die verdiente Goldmedaille um den Hals hängen. Seitdem sind einige Jahre vergangen und Scoccimarros Medaillensammlung hat sich unter anderem um eine U21-WM-Goldmedaille und eine EM-Silbermedaille erweitert.
Die Parallelen zu Anna-Monta Olek sind gewaltig. Nicht nur, dass sie beide im Alter von 16 Jahren den European Cup Cadets in Berlin gewinnen konnten und anschließend dem Landestrainer Gottfried Burucker um den Hals fielen, haben sie gemeinsam. Der Judosport ist für beide tief im familiären Backround verankert. Bei Scoccimarro sind es die beiden Brüder, bei Olek der Vater, der sie zum Judo brachte. Die beiden hochgewachsenen Mädchen starten außerdem in der gleichen Gewichtsklasse, jeweils bis 70 kg. Dass sie am Olympiastützpunkt in Hannover gemeinsam trainieren ist daher weniger überraschend.
Giovanna Scoccimarro wurde übrigens in eben diesem Jahr, in dem sie auch in Berlin gewann, U18-Europameisterin. Déjà-Vu?