Ein fünfter und ein siebter Platz beim prestigeträchtigen Grand Slam in Tokio – klingt nicht schlecht, hätte aber sogar noch besser laufen können. So zumindest die Meinung von 73-Kilo-Athlet Igor Wandtke nach der verpassten Bronzemedaille im kleinen Finale von Japan.
Nach einem souveränen Shime-waza-Auftaktsieg gegen Hong Nin Mak aus Honkong ließ er auch im zweiten Kampf nichts anbrennen, ging nach nicht einmal 30 Sekunden mit Waza-ari für Sumi-gaeshi in Führung und sicherte sich mit einer weiteren Wertung den vorzeitigen Sieg und den Einzug ins Poolfinale. Gegen Lokalmatador Hayato Koga lieferte er sich ein ausgeglichenes Match. Nur ein Wazari kurz vor Schluss verhinderte die Halbfinalteilnahme und verwies den Niedersachsen in die Trostrunde. Trotz physischer Unterlegenheit und mit zwei Shido in Rückstand liegend packte Wandtke dort gegen den Koreaner Kang seinen berüchtigten Würger ein zweites Mal aus und ebnete sich den Weg in den Bronzekampf. Eine machbare Aufgabe wartete dort auf ihn. Doch gegen den Polen Ksawery Morka (WRL 58) kam er trotz der besseren Ansätze nicht zum Abschluss. Eine umstrittene Waza-ari-Wertung im Golden Score sorgte schließlich für den undankbaren fünften Platz und Enttäuschung seitens Igor Wandtke.
Auch Pauline Starke, die das Turnier als siebte abschloss, zeigte sich nicht zufrieden: „Das ist nicht das Ergebnis, für das ich hergekommen bin!“ Nach ihren Top-Ergebnissen im Frühjahr erwischte die NJV-Athletin einen Setzplatz in Tokio – Freilos inklusive. So reichte ihr ein souveräner Sieg gegen Nino Loladze aus Georgien um ins Poolfinale der Gewichtsklasse -57 kg einzuziehen. Wegen drei Shido musste sie sich dort gegen die Japanerin Funakubo, die spätere Siegerin, nach der vollen Kampfzeit geschlagen geben. Ein nahezu perfekter Sode-tsuri-komi-goshi, dem sie nicht ausweichen konnte, sorgte gegen die Koreanerin Mimi Huh in der Trostrunde für das Ausscheiden und den siebten Platz.
Trotz der knapp verpassten Medaillen sammelten die beiden NJV-Judoka wichtige Punkte für die Weltrangliste, die auch in Hinsicht auf die Olympiaqualifikation für Paris ausschlaggebend sein können. Als nun jeweils 17. ihrer Gewichtsklasse gehen sie in der Woche vor Weihnachten bei den Masters – einem der mit den besten 36 Athlet*innen der Welt am hochrangigsten besetzen Turnieren der Welt – an den Start. Qualifiziert hat sich auch Giovanna Scoccimarro (-70 kg), die sich nach langer Verletzungspause bei ihrem internationalen Comeback in Tokio noch mit einer Golden Score Niederlage zufriedengeben musste. Tim Gramkow komplettiert das niedersächsische Quartett als 26. der 81-Kilo-Kategorie.
Derzeit bereiten sich die vier mit der Nationalmannschaft und weiteren NJV-Kaderathlet*innen beim internationalen Trainingscamp in Tokio auf den Jahresabschluss vor, der in diesem Jahr in Jerusalem ausgetragen wird.