Im Anschluss an ein vielseitiges und judobezogenes Aufwärmprogramm inklusive Fallschule starteten wir unter Anleitung unseres bewährten Trainerteams um Svenja Liermann und Daniel Wissel unser wettkampfbezogenes Judotraining: Nach Aufnahme eines festen Jackengriffs übten wir zuerst unsere Partner*innen in judogemäßen Schritten vor uns über die Matte zu schieben, sie hinter uns her zu ziehen, und sie im Kreis um uns herum zu bewegen. Im nächsten Schritt galt es unsere Grifftechniken von linker und rechter Hand möglichst schnell und fließend zwischen Doppelarm-, über Arm-Revers, hin zu Doppelreversgriffen und zurück zu variieren, und unseren Partner im Anschluss an uns heranzuziehen.
Da neben dem erfolgreichen Erarbeiten unseres eigenen Jackengriffs auch das geschickte Verhindern des „Lieblingsgriffs“ unserer Gegner*innen im Wettkampf wesentlich über den weiteren Kampfverlauf entscheiden kann, trainierten wir anschließend den Griffversuch unseres Partners abzuwehren und seinen Griff bei erfolgloser Abwehr schnell wieder zu lösen. Beim folgenden „Fischerspiel“, bei dem wir unsere zuvor erlernten Grifftechniken erprobten und weiter vertieften konnten, endete unsere erste Trainingseinheit und wir verabschiedeten die teilnehmenden Nachwuchs-Judoka, während wir jugendlichen und erwachsenen Judoka nach kurzer Pause in unsere zweite Trainingseinheit einstiegen.
Nun trainierten wir verschiedene Kombinationsvarianten zweier Judowürfe, bei denen unsere Partner*in Angriffe mit einem Hüft- oder Schulterwurf durch rechtzeitiges Blocken erfolgreich abwehren konnte. Anschließend wurde unmittelbar versucht, die neue Situation zu einem erfolgreichen Angriff mit Fußwurf zu nutzen. Je nach Position zum Gegenüber waren hierzu die große Außensichel (O-soto-gari), die kleine Innensichel (Ko-uchi-gari) oder auch die große Innensichel (O-uchi-gari) unterschiedlich gut geeignet, um unseren ursprünglich mit einer anderen Technik begonnenen aber abgewehrten Angriff erfolgreich mit einem Wurf abzuschließen.
Nach diesem anspruchsvollen Wurfkombinationstraining war es an der Zeit für vier kurzweilige Zweikampfspiele, bei denen wir unsere wechselnden Partner*innen zuerst in Pfützen aus Judogürteln zogen, anschließend paarweise die auf der Matte verteilten Judogürtelknoten in farblich aufsteigender Reihenfolge als Erster mit dem Fuß erreichen mussten, um uns danach im Bodenrandori gegenseitig die Gürtel abzubinden oder gleichzeitig versuchten, unser Gegenüber startend ab der Mattenmitte zu unserem Mattenrand hinüber zu ziehen.
Danach stand die Bodenarbeit auf unserem bunten Programm, bei der wir unsere Angriffstechniken der „Umdreher“ gegen unseren in der Bauchlage oder Bankposition verteidigenden Uke vertieften und verbesserten. Anschließend schnappten wir uns einen Partner zum Bodenrandori, um uns nach der Ippon-Change Methode bei erfolgreichem Haltegriffging schon nach fünf Sekunden einen neuen Partner zu suchen.
Nach einer weiteren kurzen Pause folgte der heute rein temperaturtechnisch besonders herausfordernde Fitness- und Hausaufgabenteil, bei dem wir uns aber alle noch einmal tüchtig ins Zeug legten: Wir alle konnten unsere individuellen Kenntnisse erweitern und unsere Fertigkeiten verbessern und hatten gemeinsam viel Spaß bei unserem integrativen Judotraining.
Wir danken unserem Organisator und NJV-Behindertensportreferenten Martin Frey und unseren NJV-ID-Kader-Trainer*innen Svenja Liermann und Daniel Wissel für ihren engagierten Einsatz und Jan und Stefanie Smeikal vom Welfen SC Braunschweig, die uns ihr Dojo für unser Training zur Verfügung stellten.
Das nächste Kadertraining findet bereits am 21. September in Lüneburg statt und wie immer freuen wir uns auf viele andere Judoka mit und ohne Beeinträchtigung, die Freude daran haben, gemeinsam mit uns wettkampforientiertes Judo zu trainieren.
Text: Alex Poth
Redaktionelle Anpassungen: NJV