André Breitbarth holt Bronze bei Grand Prix in Usbekistan

André Breitbarth (SFV Europa Braunschweig) und Igor Wandtke (Judo-Team Hannover) bestritten am vergangenen Wochenende ihr erstes internationales Turnier nach den Weltmeisterschaften. Mit dem Grand Prix in Tashkent (Usbekistan) läuteten sie die finale Phase für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ein. Breitbarth platzierte sich bei diesem Turnier nach zwei fünften Plätzen auf der IJF World Tour in Folge nun auf dem Podest. Er wurde Dritter. Wandtke verpasste dagegen Edelmetall als Fünfter denkbar knapp. Ergänzt wurde das Duo um Vivian Herrmann (Garbsener SC). Nach einer starken Leistung in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm platzierte sie sich auf Rang 7.

„Es geht immer weiter!“ – So kommentiert André Breitbarth seine Bronzemedaille beim jüngst stattgefundenen Grand Prix in Usbekistan. Und tatsächlich: Mit der gewonnenen Medaille ist die Teilnahme an Olympia in Rio wieder ein Stück näher gerückt. In der Olympiaqualifikationsliste belegt der Braunschweiger nach den 120 gewonnenen Punkten, die zu 100 Prozent in die Endwertung eingehen, nun den 12. Rang. Der Abstand zu seinem DJB-Konkurrenten Sven Heinle, der sich in dieser Wertung auf dem 10. Platz befindet, beträgt nur noch 28 Punkte.

Der Schwergewichtler startete nach einem Freilos in der ersten Runde gegen Yerzhan Shynkeyev aus Kachsastan (#55) in den Wettkampf. Kraftvoll agierend erzielte Breitbarth nach 0:57 und 2:10 Minuten siegbringende Yuko-Wertungen gegen den Dritten der diesjährigen Asien-Meisterschaften. Im anschließenden Poolfinale, in dem mit Elyor Masharipov (#45) ein Lokalmatador wartete, war es ebenfalls eine Yuko-Wertung, die den Braunschweiger in Front brachte. Mit einem einem Haltegriff gewann der 25-Jährige wenig später vorzeitig.

Sein Halbfinale – ihm gegenüber stand der 9. der Qualifikationsrangliste, Kenta Nishigata aus Japan – gestaltete der NJV-Athlet lange offen, ehe er nach einem missglückten Wurfansatz mit Waza-ari in das Hintertreffen geriet und diesen Rückstand nicht mehr aufholen konnte. So musste der am Olympiastützpunkt trainierende Athlet zum dritten Mal nacheinander sein Glück im kleinen Finale suchen – und durfte dieses Mal jubeln: Sechs Sekunden vor den Ende des Kampfes legte André mit einer Yuko-Wertung den Grundstein für den ersehnten Podestplatz, den er die restliche Kampfzeit souverän verteidigte.

Um wichtige Punkte auf dem Weg nach Rio – auch in Hinblick auf das teaminterne Duell mit Christopher Völk aus Abensberg – ging es auch für Igor Wandtke in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm. Seinen Wettkampf kommentierte der Ex-Lübecker mit den Worten „gutes Los, schlechten Tag erwischt und einfach noch nicht wieder fit“. In seinem ersten Vorrundenkampf gegen Martin Thiblin (#121) ging Igor früh mit Yuko in Führung, konnte aber im Verlauf des Kampfes keine weiteren Wertungen erzielen. So ging es für den NJV-Athleten wieder einmal über die volle Kampfzeit von 5 Minuten, bis er sich – wie beim Grand Prix in Tyumen – mit einem Sieg über den Norweger die nächste Runde erreichte.

Mit Tohar Butbul (#108) aus Israel wartete dort ebenfalls ein Starter jenseits der Top 100 der Weltrangliste. Ein Arbeitssieg – nach Strafen in Führung liegend sorgte ein sechs Sekunden vor dem Ende angesetzter Haltegriff für die Entscheidung zugunsten des Hannoveraners – sorgte für das Erreichen des Poolfinales. In diesem musste sich Wandtke dem 40. der Weltrangliste und späteren Turniersieger Mirali Sharipov (Usbekistan) geschlagen geben. Auch wenn es im folgenden Hoffnungsrunden-Kampf anfänglich alles andere als gut für Igor aussah, wahrte sich der 24-Jährige mit einem Sieg die Chancen auf die anvisierte Medaille. Gegen Khadbaatar Narankhuu (#108) lag Igor schon nach rund drei Minuten mit drei Strafen und einer Wertung gegen sich zurück, ehe sich der Mongole im weiteren Verlauf des Kampfes noch vier Strafen einhandelte und die Begegnung abgab.

„Mit meiner ganzen Erfahrung habe ich mich heute irgendwie nach vorne gekämpft“, bewertete der Sportler den bisherigen Turnierverlauf. In Anspielung auf seinen schlussendlich verlorenen Bronzemedaillenkampf – im Duell mit dem Giyosjon Boboyev (#42) gab eine Waza-ari-Wertung den Ausschlag – fügt er an, dass es am Ende dann einfach nicht mehr gereicht habe. Trotz des verpassten Podestplatzes verbuchte Igor 60 wichtige Olympia-Qualifikationspunkte auf sein Haben-Konto. Bei den nun bevorstehenden Turnieren in Frankreich, den Vereinigten Arabischen Emiraten und China wird Igor erneut angreifen und so seinem Ziel näher kommen.

Die dritte NJV-Platzierung an diesem Grand Prix-Wochenende erkämpfte sich Vivan Herrmann. In der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm machte die Garbsenerin mit Siegen gegen die 13. sowie die 31. der Weltrangliste auf sich aufmerksam. In Runde 1 machte lediglich eine Shidobestrafung wegen Passivität für Marian Urdabayeva aus Kachsastan den Unterschied und brachte Herrmann in die zweite Runde. Wie schon in Igor Wandtkes zweitem Kampf sorgte dort eine Aktion im Boden kurz vor dem Ende der Kampfzeit für die Entscheidung: Ein Yuko für einen 11 Sekunden lang gehaltenen Haltegriff ab Minute 03:47 ließ die 21-Jährige, die bis dahin gegen ihre Gegnerin Junxia Yang aus China in Rückstand gelegen hatte, jubeln.

Auch im folgenden Viertelfinale, in dem sie auf die Österreicherin Hilde Drexler (#16) traf, war über die 04:00 Minuten und darüber hinaus alles möglich. Erst im Golden Score musste sich die Athleten der späteren Siegerin dieser Veranstaltung beugen. Nach einer knappen Niederlage in der Trostrunde gegen Franciska Szabo aus Ungarn beendete die Bronzemedaillengewinnerin der Juniorinnen-WM des vergangenen Jahres auf Platz 7 und stößt mit den dafür erhaltenen Punkten auf Platz 92 der Weltrangliste vor.

Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Fotos: IJF/Sabau