Blick über den Mattenrand

Am Dienstag, den 18. März stand die DJB Veranstaltung „Blick über den Mattenrand“ mit NJV-Schulsportreferent Oliver Pietruschke an. Rund 1,5 Stunden gab er praxisnahe Einblicke und wertvolle Impulse zum Thema "Ganztagsschule".

Foto: DJB

Beim "Blick über den Mattenrand" am 18.03.25 wurde über die bevorstehende Einführung des verpflichtenden Ganztags in den Grundschulen berichtet, dessen Beginn im August 2026 mit den ersten Klassen vorgesehen ist und sich sukzessive bis zum Schuljahr 2029/30 bis auf die 4. Klassen ausweiten wird.

Ausgehend von der derzeitigen Situation wurden wesentliche Veränderungen und daraus resultierende Konsequenzen für die sportliche Landschaft dargestellt. Angesichts der derzeit 340.000 fehlenden Ganztagsplätzen und 100.000 fehlenden Fachkräften bundesweit, die bis 2026 politisch zur Verfügung gestellt werden sollen, wurden Fragen zur Bedeutung einer Fachkraft in diesem Kontext besprochen und Chancen für die Mitgestaltung des bildungspolitischen Auftrags aufgezeigt aus dem sich mögliche Mitglieder für den eigenen Verein gewinnen lassen. Da Bildung weiterhin dem Föderalismus unterliegt, sind Probleme und Chancen anhand des jeweiligen Konzepts zu analysieren.

Im zweiten Teil der Fortbildung wurden Best-Practice-Beispiele vorgestellt und weitere praktikable Ansätze für Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen im Plenum besprochen. Hier konnten auch individuelle Schwierigkeiten und Lösungsstrategien vorgestellt werden, wodurch den Teilnehmenden Anregungen für die eigene Umsetzung mitgegeben werden konnten. Dabei kristallisierte sich heraus, dass insbesondere für Vereine der Mehrwert eher in punktuellen Projekten, z.B. unter dem "Tag des Judo" Auswirkungen auf den Mitgliedergewinn hatte, als langfristigere AGs. Diese sind jedoch ein wichtiger Bestandteil, um engere Kontakte zur Schule herzustellen und Judo als Randsportart in der Gesellschaft präsent zu halten. Aus den AGs können Unterstützungen im Bereich der curricularen Vorgaben des Sportunterricht im Bereich "Kämpfen" resultieren oder Schulmannschaften aufgebaut werden, die an Schulwettbewerben, wie "Jugend trainiert" teilnehmen. 

Wohin der Weg führen wird, bleibt abzuwarten, da noch viele Fragen auf der politischen Ebene ungeklärt sind. Wichtig ist es jedoch, sich bereits jetzt zu positionieren, um den Zugang zur Schule zu behalten und über den Ganztag Mitgliederwerbung betreiben zu können, denn dies wird insbesondere für Grundschüler in Zukunft den wesentlichen Raum ihrer Tagesgestaltung einnehmen.

Bei Fragen und Anregungen zum Thema "Ganztagsunterricht an Grundschulen" steht Ihnen NJV-Schulsportreferent Oliver Pietruschke zur Seite.

Text: Oliver Pietruschke (NJV-Schulsportreferent)