Bronze für Igor Wandtke und André Breitbarth beim Grand Prix in Havanna

Beim Grand Prix der Internationalen Judo Föderation auf Kuba gewannen Igor Wandtke (Judo-Team Hannover) und André Breitbarth (SFV Europa Braunschweig) jeweils die Bronzemedaille. Sowohl Wandtke als auch Breitbarth untermauern damit ihren Anspruch, in rund 190 Tagen in Rio de Janeiro an den Start zu gehen. Dimitri Peters musste sich mit einer Bilanz aus zwei Siegen und zwei Niederlagen mit dem siebten Platz begnügen.

In der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm bahnte sich Wandtke mit Vorrundensiegen gegen den Lokalmatador Gleidel Orrutinier sowie Hasan Vanlioglu aus der Türkei den Weg in das Viertelfinale. Während er in seinem ersten Kampf eine kleine Wertung für eine Fußtechnik erfolgreich über die Zeit bringen konnte, siegte er gegen den Türken, auf den er schon im vergangenen Jahr zwei Mal auf seinem „Way to Rio“ getroffen war, vorzeitig mit einem Haltegriff. Auch im Poolfinale traf er auf einen alten Bekannten: Odbayar Ganbaatar, den Igor beim Grand Slam in Paris noch schlagen konnte, entschied das Duell zweier in der Weltrangliste weit vorne platzierten Athleten nach 5 Minuten Kampfzeit dieses Mal für sich.

Im anschließenden Trostrundenkampf stieß Wandtke auf den Ghanaer Emmanuel Nartey (#58), der in der Vorrunde überraschend den amtierenden Pan-Amerikanischen Meister Alex Pombo da Silva aus dem Turnier geworfen hat. Auch Igor verlangte er in seinem Kampf alles ab, musste sich dem Deutschen schließlich mit zwei mittleren Wertungen geschlagen geben. Ausgeglichen verlief auch das kleine Finale gegen Pierre Duprat aus Frankreich. Nach starken zwei Minuten seines Gegners, der auch mit einer Yuko-Wertung in Führung lag, fand Wandtke besser in den Kampf und setzte anderthalb Minuten vor dem Ende mit einem Sumi Gaeshi (Eckenwurf) die siegbringende Technik und vollendete mit einem Haltegriff.

Trotz seines Trainingsrückstandes knüpft der Hannoveraner mit der Gewinn der Bronzemedaille an seine Leistungen im Vorjahr (zuletzt zwei Medaillen bei den Grand Slams in Abu Dhabi und Paris) an und klettert in der Olympia-Qualifikationsrangliste auf Platz 10. Weitere deutsche Teilnehmer waren in seiner Gewichtsklasse nicht am Start.

Im Schwergewicht (über 100 Kilogramm) konnte sich André Breitbarth mit seiner gewonnen Bronzemedaille ebenfalls auf Rang 10 der Qualifikationsrangliste vorkämpfen. Mit einer überzeugenden Leistung startete er gegen den Pedro Pineda (Venezuela) in das Turnier. Über weite Strecken klar dominierend siegte er mit zwei Yukos in Führung liegend vorzeitig im Boden. Fulminant startete der Braunschweiger auch in seinem Poolfinale gegen Freddy Figueroa aus Ecuador. Bereits nach 18 Sekunden bekam der NJV-Athlet einen Waza-ari zugesprochen. Auch in der Folge blieb er der bestimmende Mann auf der Matte und nötigte dem Ecudorianer drei Strafen auf. In der letzten Minute baute er seine Führung noch einmal aus, sodass auch eine kleine Unachtsamkeit vor dem Ende des Kampfes letztlich ohne Folgen blieb.

Nicht chancenlos war er auch im Halbfinale gegen Barna Bor, Gewinner des Grand Slams von Baku. Breitbarth war dem Weltranglistenfünften besonders in der ersten Hälfte des Kampfes durchaus ebenbürtig, musste schließlich aber doch eine Ippon-Niederlage in Kauf nehmen. Den Sprung auf das Podest sicherte sich die niedersächsische Olympiahoffnung schon in der ersten Minute seines kleinen Finales, indem er den Österreicher Daniel Allerstorfer mit einem mit Waza-ari bewerteten doppelten Fußfeger „erwischte“ und anschließend ihn mit einem Kreuzhebel zur Aufgabe zwang. Mit dem dritten Platz bestätigt Breitbarth seine guten Leistungen vom Trainingscamp in Mittersill und wird voraussichtlich als zweiter Starter neben seinem Teamkonkurrenten Sven Heinle (#18) beim Grand Slam in Paris die Möglichkeit haben, weitere Schritte auf dem Weg nach Rio zu gehen. Der zweite deutsche Schwergewichtsstarter Robert Zimmermann scheiterte und kam nicht über die zweite Runde hinaus.

Für den dritten NJV-Starter, Dimitri Peters vom Judo-Team Hannover, endete der Wettkampf dagegen schon vor der Finalrunde. Nachdem er für seinen Auftaktsieg gegen den Tadschiken Saidzhalol Saidov nur 33 Sekunden benötigte und nach anfänglichen Schwierigkeiten auch gegen Youngster Guram Tushishvili mit einer Hebeltechnik Oberhand behielt, verlor in der Folge sowohl gegen den Gewinner des Grand Slam von Baku, Adlan Bisultanov (Russland), als auch gegen Elkhan Mammadov aus Aserbaidschan – gegen letzteren sogar mit einer mittleren Wertung in Führung liegend. Durch das starke Auftreten von Karl-Richard Frey aus Leverkusen, der Kuba mit einer Silbermedaille verlässt, vergrößert sich der Abstand der beiden Topathleten weiter. Frey belegt in der Olympiaqualifikationsrangliste derzeit Platz 2, Peters folgt mit 332 Punkten Rückstand auf Platz 5.

Die nächsten Veranstaltungen der World Tour der IJF sind der Grand Slam in Paris (06. & 07. Februar) und der Grand Prix in Düsseldorf (19. bis 21.02).

 

Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)

Fotos: IJF