10 Frauen und 17 Herren hat der Niedersächsische Judo-Verband für die am 23.01. und 24.01. in Hamburg stattfindenden Deutschen Meisterschaften gemeldet. Nach zum Teil deutlich geringeren Meldezahlen in den Vorsaisons besteht also die berechtigte Hoffnung, die Medaillenausbeute aus dem Jahr 2015 (3 Podestplatzierungen) zu übertreffen. Die Kämpferinnen und Kämpfer der deutschen A-Nationalmannschaft sind in Hamburg nicht am Start, sondern kämpfen auf Kuba um die letzten Punkte für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen. Sowohl der Grand Prix, als auch die nationalen Titelkämpfen können live auf www.sportdeutschland.tv verfolgt werden.
In der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm der Frauen werden nicht nur die niedersächsischen Augen besonders auf Vivian Herrmann (Garbsener SC) gerichtet sein. Sie holte im Vorjahr den DEM-Titel und setzte in ihrem ersten Jahr im Erwachsenenbereich anschließend auch auf der internationalen Bühne erste Akzente. Unter anderem gewann sie den European Cups in Malaga und machte bei zwei Grand Prix-Veranstaltungen mit Platzierungen auf sich aufmerksam.
Als eine der Favoritinnen ihres Limits geht auch Lea Püschel (Crocodiles Osnabrück) an den Start. Bis 70 Kilogramm konnte sie sich im Vorjahr den dritten Platz sichern. Im weiteren Verlauf der Saison kämpfte sie sich bei drei European Cups auf das Podest vor und hat damit ähnlich wie Herrmann den Übergang vom Junioren- in den Erwachsenenbereich erfolgreich gemeistert. Erstmals bei einer DEM der Frauen vertreten ist Giovanna Scoccimarro (MTV Vorsfelde). Als Fünfte der Junioren-WM und einem ersten erfolgreichen Einsatz bei einem European Cup im Erwachsenenbereich (3. Platz in Belgrad) wird auch mit ihr in der Kategorie bis 70 Kilogramm zu rechnen sein. Komplettiert wird das NJV-Aufgebot bis 70 Kilogramm durch Merle Wittekindt (SV Viktoria Lauenau) und Martina Fritsch (Crocodiles Osnabrück).
Besonders Potenzial für Medaillen liegen auch in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm der Herren. Mit Henrik Schreiber (Crocodiles Osnabrück) und Tim Gramkow (TKJ Sarstedt) sind dort die Teilnehmer der letztjährigen Junioren-WM und -EM vertreten. „Ich möchte dieses Jahr natürlich mindestens meine Leistung von letztem Jahr erreichen oder übertreffen“, beschreibt Schreiber seine Zielsetzung für das Wochenende. 2015 wurde er Fünfter. Auch Sven Oliver Gärtner (SFV Europa Braunschweig) und Yassin Grothaus (Crocodiles Osnabrück) schielen bis 81 Kilogramm in Richtung der Platzierungsränge. Während Gärtner, 1996er Jahrgang, zuletzt noch mit Mitgliedern der Junioren-Nationalmannschaft ein Trainingslager in Japan absolvierte, gehört Grothaus (1986 geboren) zu den erfahrenen Athleten im jungen NJV-Team (Durchschnittsalter etwa 22 Jahre).
"Es ist alles möglich“ – So fasst Toni Grohn (Judo-Team Hannover) seine Chancen in der Kategorie bis 90 Kilogramm zusammen. „In erster Linie möchte ich ein starkes Turnier kämpfen und somit gut in das neue Jahr starten. Was genau am Ende dabei herausspringt, muss man sehen“, konkretisiert er seine Erwartungen an seinen Wettkampf. Der 21-Jährige gewann beim European Cup in Bratislva seine erste internationale Medaille im Erwachsenenbereich. Bei der DEM 2015 platzierte er sich als Siebter. Felix Schulze (Braunschweiger JC) ist der zweite Kämpfer im Limit bis 90 Kilogramm.
In den leichteren Gewichtsklassen der Männer vertreten zwei Sportler des KS Lüneburg die niedersächsischen Farben. Während Christoph Siegel bis 66 Kilogramm mit seinen auf European Cups gesammelten Erfahrungen auf nationaler Ebene zum erweiterten Favoritenkreis zählt, feiert Lennart Scharff bis 60 Kilogramm sein DEM-Debüt. Dort ist auch NJV-Neuzugang Nils Becker sowie Felix Edling (beide Crocodiles Osnabrück) am Start. Edling gewann Ende letzten Jahres die Deutsche Pokalmeisterschaft. Erstmals für Niedersachsen wird auch Benjamin Bachir Bouizgarne (Judo-Team Hannover) im Schwergewicht (über 100 Kilogramm) an den Start gehen. Der junge Ex-Mönchengladbacher verpasste im letzten Jahr das Treppchen als Fünfter nur knapp, ließ seine Klasse als Zweiter beim European Cup in Kaunas bereits aufblitzen. Für die ebenfalls in der höchsten Gewichtsklasse startenden Kämpfer Helge Bulk (Osnabrücker TB) und Sven Holly (Judo in Holle) ist die Qualifikation zu den nationalen Titelkämpfen bereits ein großer Erfolg.
Das Duo in der Kategorie bis 57 Kilogramm bilden die Hannoveranerinnen Pauline Starke und Janne Ahrenhold. Für Starke gilt es, an die guten Ergebnisse der European Cups in Kaunas (3. Platz) und La Coruña (2. Platz) anzuknüpfen und einen guten kämpferischen Eindruck bei den Bundestrainern zu hinterlassen. Für sie und Janne Ahrenhold sind es die ersten Deutschen Meisterschaften oberhalb der Junioren-Altersklasse. Clarissa Taube (Crocodiles Osnabrück) greift nach ihrer Babypause und der gelungenen Rückkehr auf die Wettkampfmatte beim Bundesranglistenturnier in Speyer in der Gewichtsklasse über 78 Kilogramm an. Dort ist auch die Hermannsburger Bundeligakämpferin Inken Baden am Start. Sarah Hapke (Crocodiles Osnabrück) kämpft bis 52 Kilogramm, Vereinskollege Christian Dill geht bis 73 Kilogramm auf die Matte. Dort ebenfalls vertreten ist Nils Bentgerodt (ASC Göttingen).
Maximilian Schrader, für seinen Heimatverein Judo in Holle in der 1. Bundesliga startend, und Hanns David Claren (VfL Stade) präsentieren den NJV bis 100 Kilogramm. Wer sich in diesem Jahr dort auf den vorderen Plätzen qualifizieren kann, ist offen. – 2014 hieß der Gewinner Dimitri Peters, 2015 Karl-Richard Frey. Da beide Athleten kämpfen zeitgleich auf Kuba um das eine zu vergebende Olympiaticket kämpfen, kann sich hier der deutsche Nachwuchs eine gute Ausgangsposition im Kampf um Nominierungen für internationale Einsätze verschaffen.
Allen startenden NJVlern viel Erfolg!
Stand: 22.01., 20:00 Uhr