Der NJV trauert um den Ehrenvorsitzenden des KFV Celle und den Gründer der Judoabteilung im TuS Celle, Karl-Heinz Woltersmann.
Karl-Heinz war ca. 20 Jahre jung, als sein Interesse an einer einer außergewöhnlichen, japanischen Kampfkunst wuchs. Die Anfänge lagen zunächst im Jiu-Jitsu. Seine Neugier und Faszination am Judosport entwickelten in Karl-Heinz den Ehrgeiz, diese Kampfsportart zu entdecken und sein Wissen an Dritte weiterzugeben. Nach umfangreichem Selbststudium, Recherchen und gesammelten Informationen gründete Karl-Heinz im Februar 1953 die Judoabteilung im TuS Celle. Die örtlichen Sportvereine traten dieser Kampfsportart zunächst mit Skepsis und Ablehnung gegenüber, weshalb die neu gegründete Abteilung keine entsprechenden Möglichkeiten bekam, um optimal zu trainieren. So blieb zum Training zunächst nur der Waldboden im Neustädter Holz und später der kalte Hallenboden einer örtlichen Turnhalle.
Bei der Vermittlung des Judsports war Karl-Heinz ganz in seinem Element. Für seine Sportler war ihm keine Mühe zu groß – unter anderem gelang es ihm mit dem damaligen Weltmeister Tokio Hirano eine Judoikone für einen Lehrgang in Celle zu gewinnen. Selbst gegen den Willen der damaligen Vereinsführung des TuS Celle organisierte Karl-Heinz immer wieder Judolehrgänge und -turniere mit hochkarätiger Beteiligung, die er teilweise selbst "aus eigener Tasche" finanzierte. Der gute „Draht“ zu Hans Nolte, der damals die sportliche Berichterstattung für die Cellesche Zeitung übernahm, verhalf Karl-Heinz seine Ideen zu verwirklichen und den Judosport so populär zu machen.
Karl-Heinz selbst nahm, bis 1963 als aktiver Judoka, immer wieder an Meisterschaften und Turnieren teil. Seine Erfolge sprachen für sich. Diverse Meistertitel auf Landesebene, sowie viele Erfolge als Erst, Zweit - und Drittplatzierter in einer Mannschaft oder als Einzelkämpfer, konnte Karl-Heinz für sich verbuchen, bevor ihn eine schwere Verletzung dazu zwang, den Judosport nur noch als Übungsleiter und Trainer fortzusetzen.
Seine Begeisterung für das Judo wurde von seinen Schülern übernommen. Diese gründeten u.a. in der Stadt und im Landkreis Celle mehr als zehn neue Vereine, in denen nach den Grundsätzen Jigiro Kano (Gründer des modernen Judo) und im Sinne von Karl–Heinz, Judo erfolgreich praktiziert wird. Seine persönlichen Erfolge, sein Leben und Wirken für den Judosport hat Karl-Heinz Woltersmann in einer selbst verfassten Chronik für alle Judoka festgehalten.
2009 hat die Cellesche Zeitung Karl-Heinz in einem längeren Artikel gewürdigt:
www.cellesche-zeitung.de/S37436
Bericht: Jürgen Bartels & NJV
Foto: TuS Celle/privat/Jörg Czymmek