Alle sechs über den niedersächsischen Landesentscheid qualifizierten Mannschaften fuhren am zweiten Novemberwochenende nach Senftenberg. Dort kämpften insgesamt 65 Mannschaften beim Bundesfinale zum Deutschen Jugendpokal U14. Auch wenn nahezu jedes Team sich in seiner Vorrundengruppe profilieren konnte und mindestens einen Mannschaftskampf gewann, war in diesem Jahr keinem niedersächsischen Vertreter der Sprung in die Platzierungsrunde vergönnt. Die Veranstaltung bestach durch spannende Kämpfe und eine vom Teamgeist geprägte Atmosphäre.
In der männlichen Konkurrenz starteten die JKG Diekholzen, der MTV Vorsfelde und Judo in Holle. Die Vereine konnten sich Anfang Oktober in Nordhorn in knappen Kämpfen einen Platz unter den ersten Drei sichern und reisten gespannt nach Brandenburg. Im weiblichen Bereich traten die KG BW Hollage/Judo-Tiger Visbek, die KG MTV Vorsfelde/SFV Europa Braunschweig und die KG JC Emden/Judo-Tiger Visbek an. Alle Teams nahmen im Vorfeld ihres Wettkampfes an einem von den Nationalmannschaftsathleten Sven Maresch und Mareen Kräh geleiteten Training teil. Darüber hinaus profitierten sie unmittelbar vor den Wettkämpfen von einem gemeinsamen Aufwärmtraining, welches U18-Bundestrainer Bruno Tsafack anleitete.
Eine in den Augen ihrer Trainer „super Leistung“ zeigten die beiden Mannschaften, an denen der MTV Vorsfelde beteiligt war. Das männliche „Mini-Schnitzel“-Team hatte als einziges niedersächsisches Team in der Vorrunde vier Mannschaftskämpfe zu bestreiten. Mit einer Bilanz von zwei Siegen und zwei Niederlagen verkauften sich die Eberstädter in ihrem Pool teuer, verpassten als Dritte schlussendlich aber doch die Platzierungsrunde. Auch die Wolfsburger Vertreterinnen (in Kampfgemeinschaft mit dem SFV Europa Braunschweig) verpassten mit einem Sieg und zwei knappen Niederlagen (jeweils mit 2:3) die Endrunde.
Spannend ging es im Pool A (männlich) zu, in dem die JKG Diekholzen vertreten war. Der niedersächsische Landessieger musste sich in seiner Auftaktbegegnung dem späteren fünftplatzierten Team aus Speyer mit 1:4 geschlagen geben, konnten sich aber ihrerseits im Turnierverlauf gegen den MTV Ingolstadt durchsetzen (3:2). Auch wenn der dritte Mannschaftskampf gegen den Judoverein Berlin-Tegel wiederum knapp verloren ging (2:3), standen die Diekholzener knapp vor dem Einzug in die Platzierungsrunde: Da sich bis auf den JSV Speyer alle Teams „im Kreis“ geschlagen hatten, machte nur die Zahl der Einzelsiege (6 auf Seiten der Ingolstädter, die JKG kam lediglich auf fünf gewonnene Kämpfe) am Ende zuungunsten des NJV-Teams den Unterschied.
Kein einfaches Los erwischte Judo in Holle. Die Holler starteten mit einem Sieg gegen die als stark eingeschätzte Mannschaft der TSG Backnang in das Bundesfinale. Das Team um Coach Christian Struck setze sich mit 3:2 gegen den württembergischen Verein durch, musste aber in den zwei weiteren Mannschaftskämpfen gegen spätere „kleine Finalisten“ Niederlagen hinnehmen. Gegen Randori Berlin lautete das Ergebnis 2:3; das Duell gegen den JC Rüsselsheim – wie Holle auch ein Bundesligist – endete 1:4. Damit verfehlten die Holler die Platzierungsrunde ebenfalls knapp.
Die Judo-Tiger Visbek stellten den enorm hohen Spaßfaktor des Deutschen Jugendpokales heraus. Wie auch schon zum Deutschen Jugendpokal U16 traten sie im weiblichen Bereich in einer Kampfgemeinschaft mit Blau-Weiß Hollage bzw. dem JC Emden den Weg zum Bundesfinale an. Wie alle Teams nutzten sie Programm neben der Wettkampfmatte – die Organisatoren boten einen olympischen Teamwettbewerb, eine Kletterwand und Sommereisstockschießen an. Aus sportlicher Sicht hätte das Wochenende für die Vertreter aus dem Bezirk Weser/Ems besser laufen können. Gegen die späteren Bronzemedaillengewinner aus Wiesbaden/Rüsselsheim fehlte der KG JC Emden/Judo-Tiger Visbek ebenso wie gegen den JC Samura Oranienburg zum Teil auch ein Quäntchen Glück. Dass auch der KG BW Hollage/Judo-Tiger Visbek womöglich die letzte Durchschlagskraft fehlte, schmälerte die positive Grundstimmung in den Teams aber keineswegs.
Für alle Teams ging (wieder einmal) ein intensives Judo-Wochenende zu Ende – eines, dass ohne das tatkräftige Engagement der Trainer, Betreuer und reisewilliger Familien nicht möglich gewesen wäre.
Bericht: NJV-Medienteam (Christian Jelinsky)
Fotos: [oben], [2]-[4]: DJB; [1]: Judo in Holle; [5] & [6]: Judo-Tiger Visbek; [7]-[10]: MTV Vorsfelde