Gemeinsam mit einer DJB-Delegation reisten Nils Bentgerodt (-73 kg) und Helen Schwenderling (-63 kg, beide vom ASC Göttingen) vom 6. bis 9. Juni zur Veteranen Europameisterschaft in die bosnische Hauptstadt. Insgesamt gingen dort 727 Judoka aus 35 Nationen und unterschiedlichen Altersgruppen ins Rennen um die Medaillen.
Am ersten Wettkampftag hieß es für beide Kämpfer*innen in ihren Alters- und Gewichtsklassen Hajime: Nils Bentgerodt (M1, -73 kg) unterlag in seinem Auftaktkampf knapp dem späteren Europameister Mindia Liluashvili aus Georgien mit Waza-ari und zog in die Trostrunde ein. Dort besiegte er zunächst Victor Martin (FRA) souverän mit zwei Waza-ari-Wertungen und auch gegen den Franzosen Maxence Leger erzielte der Göttinger nach knapp 30 Sekunden mit seiner Spezialtechnik, tiefer Seoi-nage, Ippon. Im anschließenden kleinen Finale um Bronze gegen den Österreicher Roland Gahs punktete er ebenfalls blitzschnell nach nur 20 Sekunden Kampfzeit mit Waza-ari, den das Kampfrichter*innen-Team kurzerhand zurücknahm und für Ippon entschied.
In der Altersklasse F2 ging die Göttingerin Helen Schwenderling bis 63 kg an den Start. Nach einem Freilos in Runde eins unterlag auch Schwenderling der späteren Europameisterin Laurence Mudry aus der Schweiz und punktete anschließend nach nur 30 Sekunden in der Trostrunde gegen Johanna Grames (AUT). Auch mit Caroline Brayson machte Schwenderling kurzen Prozess und sicherte sich im Ne-waza ebenfalls nach rund 30 Sekunden Kampfzeit das Ticket fürs kleine Finale um Bronze. Gegen Izabela Herdzik (POL) stellte die Göttingerin erneut ihre Ne-waza-Fertigkeiten unter Beweis und sicherte sich Bronze.
Am darauffolgenden Tag starteten die Team-Wettbewerbe der Veteranen EM: In der Altersgruppe M30 ging das deutsche Team mit vier Kämpfern an den Start, sodass eine Gewichtsklasse kampflos an die späteren Team-Europameister aus Georgien in Runde eins ging. Nils Bentgerodt stand hier erneut dem Europameister bis 73 kg Mindia Liluashvili gegenüber und unterlag wie auch im Einzelwettbewerb. Gegen das französische Team in der Trostrunde ging die Gewichtklasse +90 kg erneut kampflos an die späteren Drittplatzierten. Lediglich der Göttinger ging siegreich gegen Betrand Gammacurta aus der Begegnung hervor, sodass das deutsche Team mit 1:4 gegen Frankreich aus dem Team Wettbewerb ausschied.
Mit einem 4:1 Sieg gegen die Lokalmatadorinnen aus Bosnien und Herzegowina startete Helen Schwenderling mit dem deutschen Team in den Mannschaftswettbewerb. Im anschließenden Finale gegen Frankreich führte Schwenderling zunächst mit Waza-ari, den die Französin Maelle Real aufholte. Der Kampf ging über die reguläre Kampfzeit in die Golden-Score-Verlängerung, wo Real die zweite Waza-ari-Wertung erzielte und den Kampf für sich entschied. Mit einem Endergebnis von 3:2 ging der Team-Europameister-Titel an Frankreich und Deutschland gewann Silber. „Die EM war ein gut organisierter Wettkampf und ist eine super Gelegenheit, internationale Events zu kämpfen“, resümiert Bentgerodt.
Die Wettkampflisten und -videos der Einzel- und Teamkämpfe sind unter JudoTV einsehbar.
Doppel-Bronze bei Veteranen EM in Sarajevo