Doppelbronze für Scoccimarro und Olek bei WM

Bei den Weltmeisterschaften in Baku (Aserbaidschan) haben Giovanna Scoccimarro und Anna Monta Olek jeweils die Bronzemedaille gewonnen. Sarah Ischt komplettierte das starke Abschneiden des Niedersächsischen Judo-Verbands mit einem hervorragenden siebten Platz.

Seit Sonntag, dem 4. Oktober, finden die diesjährigen Weltmeisterschaften in Baku (Aserbaidschan) statt. Sarah Ischt (-48 kg, VfL Wolsburg) erwischte am ersten Wettkampftag einen gelungenen Auftakt und kämpfte sich mit Siegen gegen Gegnerinnen aus Usbekistan und der Türkei bis ins Poolfinale vor. Dort wurde ihr Lauf nach einem starken Kampf erst von der Mongolin Baasankhuu Bavuudorj gestoppt.

In der Trostrunde musste sich die Wolfsburgerin anschließend der späteren Bronzemedaillengewinnerin Sabina Giliazova geschlagen geben. Mit Rang sieben erzielte Ischt dennoch ihr bislang bestes WM-Ergebnis und unterstrich ihre Zugehörigkeit zur internationalen Spitze.

Scoccimarro bezwingt Weltmeisterin und greift nach Bronze
Mit Giovanna Scoccimarro (-70 kg, MTV Vorsfelde) ging am fünften Wettkampftag die nächste NJV-Athletin auf Medaillenjagd. Die Vorsfelderin startete stark ins Turnier und bezwang unter anderem die amtierende Weltmeisterin Tanaka Shiho aus Japan. Nach einem weiteren Sieg gegen ihre Kontrahentin aus Schweden stand Scoccimarro schließlich im Halbfinale.

Dort wartete mit Michaela Polleres eine der erfolgreichsten Judoka der Welt. Die Österreicherin kann auf zahlreiche Podestplätze bei Grand Slams und Grand Prix zurückblicken und gewann zudem Bronze bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Entsprechend hochklassig verlief das Duell um den Finaleinzug. Zur Mitte des Kampfes gelang Polleres eine Yuko-Wertung, die sie bis zum Schluss erfolgreich verteidigte. Für Scoccimarro blieb damit der Kampf um Bronze.

Dort traf sie auf die Brasilianerin Nauana Silva. Die beiden kannten sich bereits aus früheren Aufeinandertreffen, zuletzt hatte Silva beim Grand Slam in Kasachstan die Oberhand behalten. Bei der Weltmeisterschaft drehte Scoccimarro jedoch den Spieß um. Nach einer Führung zur Halbzeit brachte sie den Vorsprung mit kühlem Kopf, taktischem Geschick und großem Kampfgeist über die Zeit. Damit sicherte sie sich nach 2023 bereits ihre zweite Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften.

Olek sorgt für die zweite NJV-Medaille
Einen Tag später betrat Vize-Weltmeisterin Anna Monta Olek (Judo-Team Hannover) in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm die Tatami. Als Weltranglistenerste marschierte sie mit drei souveränen Siegen ins Halbfinale.

Dort kam es erneut zum Duell mit der Französin Kaila Issoufi. Bereits beim Grand Slam in Taschkent hatten sich beide einen engen Kampf geliefert, der damals zugunsten der Französin ausgegangen war. Diesmal wollte sich Olek revanchieren und den Einzug ins Finale perfekt machen.

Die Entscheidung fiel denkbar knapp mit dem Schlussgong. Beim letzten Angriff ihrer Gegnerin geriet Olek zu Boden und verpasste damit den Finaleinzug. Im Kampf um Bronze traf sie anschließend auf die Niederländerin Yael van Heemst. Die junge Athletin zählt zu den größten Nachwuchstalenten ihres Landes und konnte bereits bei Junioren- und Kadetten-Weltmeisterschaften Medaillen gewinnen.

Davon ließ sich Olek jedoch nicht beeindrucken. Von Beginn an dominierte sie den Griffkampf und setzte ihre Gegnerin konsequent unter Druck. Schließlich setzte sich die Weltranglistenerste durch und sicherte sich mit Bronze ihre nächste WM-Medaille sowie die zweite Medaille für das niedersächsische Team.

 

Frühes aus für deutsches Mixed-Team

Bei den Mixed-Team-Wettbewerben am heutigen Sonntag hätten Scoccimarro und Olek erneut die Chance auf eine WM-Medaille gehabt. Zusätzliche Unterstützung erhielt das deutsche Team durch NJV-Athlet Mortaza Suha (Judo-Team Hannover), der ebenfalls für die Teamwettbewerbe nominiert worden war und mit dem heutigen Wettkampf bei seiner ersten Senioren WM debütiert hätte.

Doch die Hoffnungen auf eine weitere WM-Medaille erfüllten sich nicht. Nach einem Freilos traf das deutsche Team in der nächsten Runde auf Usbekistan. Aus dem NJV-Trio stand zunächst nur Olek auf der Matte. In der Gewichtsklasse über 70 kg bestritt sie den letzten Kampf der Begegnung. Zu diesem Zeitpunkt lag Deutschland bereits mit 2:3 zurück, sodass ein Sieg für das Weiterkommen entscheidend gewesen wäre. Denn dann würde das Los entscheiden, welche Gewichtsklasse erneut im Golden Score antreten würde.

Mit Umida Nigmatova wartete allerdings eine deutlich schwerere Gegnerin auf Olek, die eigentlich in der Klasse über 78 kg antritt. Olek versuchte, die Usbekerin in Bewegung zu bringen und sich gegen den körperlichen Nachteil zu behaupten. Doch der Gewichtsunterschied erwies sich als zu groß. Nach drei Shidos musste sie sich geschlagen geben – damit war das vorzeitige Aus des deutschen Teams besiegelt.

Für Scoccimarro und Suha, der bei den Teamwettbewerben sein Debüt bei einer Senioren-WM geben sollte, blieb der Einsatz damit aus. Beide kamen im Mixed-Team-Wettbewerb nicht mehr zum Zug.

Hier geht es zu den Wettkampflisten und Videos unter JudoTV.

Fotos: IJF/Tamara Kulumbegashvili/Feliciantonio Emanuele/ Gabriela Sabau