Mit neuem Skript und viel Praxis: Assistenztrainerausbildung für ID-Judoka erfolgreich durchgeführt

Bewährtes weiterentwickeln, Neues ausprobieren und gemeinsam lernen: In Rotenburg (Wümme) fand in diesem Jahr erneut die Assistenztrainerausbildung für ID-Judoka des Niedersächsischen Judo-Verbandes statt.

Gruppenfoto mit den Teilnehmer*innen

Training mit dem Trainer-C-Lehrgang

Die Ausbildung hat dabei bereits Tradition. Nach den ersten Durchgängen in den Jahren 2016 sowie 2020/2021 wurde das Ausbildungskonzept für die aktuelle Durchführung umfassend überarbeitet und an die heutigen Bedürfnisse der ID-Judoka angepasst. Ergänzend zu den überarbeiteten Ausbildungsinhalten entstand ein neues Skript, das die Teilnehmer*innen auch nach der Ausbildung bei ihrer Tätigkeit im Verein unterstützen soll.

Zwei Wochenenden – viele neue Erfahrungen
Den Auftakt bildete der erste Teil der Ausbildung am 15. und 16. August 2026. Acht motivierte Judoka aus insgesamt fünf Vereinen trafen sich in der Jugendherberge Rotenburg, um gemeinsam die Grundlagen zu erarbeiten.

Geleitet wurde der Lehrgang von Monique Ruth und Noel Aszmons (Rot-Weiß Visbek). Dabei ging es um praktische Fragen aus dem Trainingsalltag: Was muss ich beachten, wenn ich eine Gruppe unterstütze? Wie erkläre ich eine Judotechnik verständlich? Wie kann ich eine Übung sinnvoll vormachen? Wie funktionieren die einzelnen Techniken? Und vor allem: Wie kann ich meine Trainerinnen und Trainer im Verein aktiv unterstützen?

Neben theoretischen Grundlagen wurde deshalb vor allem praktisch gearbeitet. Die Teilnehmer*innen probierten Übungen selbst aus, erklärten Techniken, übernahmen kleine Aufgaben und sammelten erste Erfahrungen in ihrer neuen Rolle.

Dabei wurde schnell deutlich: Assistenztrainer zu sein bedeutet nicht nur, selbst gut Judo zu können. Es geht ebenso darum, andere Judoka zu unterstützen, aufmerksam zu sein, Verantwortung zu übernehmen und Freude am gemeinsamen Lernen zu vermitteln.

Zweiter Teil mit besonderem inklusivem Moment

Vom 5. bis 6. September folgte der zweite Teil der Ausbildung. Sieben der angehenden Assistenztrainerinnen und Assistenztrainer waren erneut dabei. Zusätzlich nahmen drei Judoka teil, die ihre bereits 2021 absolvierte Ausbildung auffrischten.

Durchgeführt wurde der zweite Lehrgang von Kim Bonnes (JC Osnabrück) und Martin Frey (Sport-Team Lüneburg).

Neben der Wiederholung und Vertiefung wichtiger Inhalte wartete gleich am ersten Tag ein besonderes Highlight auf die Teilnehmer*innen.

Parallel zur Assistenztrainerausbildung fand in Rotenburg ein Trainer-C-Lehrgang statt. Die beiden Lehrgänge wurden miteinander verbunden und die Teilnehmer*innen kamen für die jeweiligen Lehrproben zusammen.

Die Judoka des Trainer-C-Lehrgangs nahmen an den Lehrproben der angehenden Assistenztrainer*innen teil. Anschließend wechselten die Rollen: Die ID-Judoka schauten sich die Lehrproben der Trainer-C-Teilnehmer an.

Bei den Lehrproben stand nicht das Judo selbst im Vordergrund, sondern das gemeinsame Spielen und Erleben. Ganz zwanglos entstand so eine inklusive Begegnung, bei der die Judoka beider Lehrgänge miteinander ins Gespräch kamen, gemeinsam spielten und jede Menge Spaß hatten.

Unterschiedliche Voraussetzungen oder die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Ausbildungsgängen spielten dabei schnell keine Rolle mehr. Es wurde gelacht, ausprobiert und voneinander gelernt.

Für beide Gruppen war diese besondere Form der Zusammenarbeit eine tolle Erfahrung und ein schönes Beispiel dafür, wie Inklusion ganz selbstverständlich funktionieren kann.

Raufen, Randori und jede Menge Schweiß

Am zweiten Tag ging es dann noch einmal richtig zur Sache. Der Schwerpunkt lag auf Raufen und Randori.

Nach den vielen theoretischen und praktischen Ausbildungsinhalten konnten die Teilnehmer*innen noch einmal zeigen, was in ihnen steckt. Es wurde gerauft, gekämpft und geschwitzt – natürlich immer mit dem notwendigen Respekt und der gegenseitigen Unterstützung.

Zum Abschluss stand schließlich der wichtigste Moment des Wochenendes an: Alle Teilnehmer*innen konnten ihre Ausbildung erfolgreich abschließen und sich über ihre neue Assistenztrainerlizenz freuen.

Ein wichtiger Baustein für das ID-Judo

Mit der überarbeiteten Ausbildung setzt der NJV die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre fort. Die Assistenztrainerausbildung bietet ID-Judoka die Möglichkeit, ihre eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und gleichzeitig Verantwortung im Verein zu übernehmen.

Sie können damit künftig ihre Trainer*innen unterstützen, Übungen anleiten, anderen Judoka helfen und ihre eigenen Erfahrungen weitergeben.

Besonders schön: Die Teilnehmer*innen kamen aus sechs verschiedenen Vereinen und konnten so nicht nur innerhalb der Ausbildung voneinander lernen, sondern auch neue Kontakte über die eigenen Vereinsgrenzen hinaus knüpfen.

Ein herzlicher Dank geht an alle Sportler*innen für ihre Motivation, ihren Einsatz und die tolle Atmosphäre während der beiden Wochenenden.

Ebenso gilt ein großer Dank dem Ausbildungsteam Monique Ruth, Noel Aszmons, Kim Bonnes, die den überarbeiteten Ausbildungsgang mit viel Engagement vorbereitet und durchgeführt haben. Jetzt gilt es in einer Reflexion weiter zu schauen, welche Verbesserungen noch eingearbeitet werden können. 

Die Jugendherberge Rotenburg (Wümme) bot dabei erneut hervorragende Bedingungen für die Ausbildung und das gemeinsame Miteinander.

Bewährte Ausbildung, überarbeitete Inhalte, ein neues Skript und motivierte ID-Judoka: Der aktuelle Durchgang zeigt, dass die Assistenztrainerausbildung auch nach mehreren Jahren nichts von ihrer Bedeutung verloren hat.

Jetzt geht es für die frisch lizenzierten Assistenztrainerinnen und Assistenztrainer zurück in ihre Vereine – und dort hoffentlich ganz bald wieder gemeinsam auf die Matte.

Text: Martin Frey

Redaktionelle Anpassungen: NJV

Fotos: Kim Bonnes